Gemeinsam gegen die Barrieren in den Köpfen

Das Johanneswerk bot an seinem Stand einen Autismus-Parcours.

LÜDENSCHEID ▪ Steter Tropfen höhlt den Stein. Das mag wohl auch für jenen gesellschaftlichen Prozess gelten, der darauf abzielt, Menschen mit Behinderungen nicht mehr als etwas Außergewöhnliches, sondern als Selbstverständlichkeit im menschlichen Miteinander zu betrachten. Der Weg dahin indes ist zweifelsohne eine Langstrecke. Doch die Dinge sind im positiven Sinne längst in Bewegung geraten.

Das bewies jetzt erneut der bundesweite Aktionstag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen, der am Samstag mit einer auffälligen Budenstadt auch in der Lüdenscheider City seinen Widerhall fand. Für die Bergstadt war es die inzwischen dritte Veranstaltung dieser Art – und gleichzeitig ein Etappensieg auf dem Weg zur Normalität.

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Aktionstag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen

Das Motto der Initiative diesmal: „Inklusion beginnt im Kopf“. Der Arbeitstitel zeigt bereits, was das eigentliche Ziel des Bemühens ist: Inklusion meint hier nämlich ein Dabeisein von Anfang an und setzt damit früher als die oft beschworene Integration an. Bürgermeister Dieter Dzewas eröffnete die Veranstaltung auf dem Sternplatz.

Organisiert und koordiniert wurde das Info- und Aktionsangebot gemeinsam von Lüdenscheids ehrenamtlichem Behinderten-Beauftragtem Klaus-Martin Pandikow, der örtlichen Interessenvertretung für Menschen mit Behinderungen sowie den in diesem Gremium formierten Verbänden. Pandikow übernahm zugleich zusammen mit Entertainer Thomas Gnatowski die Moderation des Aktionstags.

Es waren etliche in der Behinderten-Arbeit erfahrene Institutionen, die sich an diesem Tag präsentierten. So der Club der Behinderten und ihrer Freunde (CeBeeF), die Lebenshilfe, das Rote Kreuz, der Interessenverband für Unfallverletzte oder auch das evangelische Johanneswerk. Die Liste ließe sich fortsetzen. Ins Blickfeld sollten diesmal erklärtermaßen auch die so genannten nicht sichtbaren Behinderungen wie Taubheit, Autismus und geistige Behinderungen rücken.

Lehrreich: der auf dem Sternplatz aufgebaute Rolli-Parcours. Dort konnten Menschen ohne Behinderungen probeweise im Rollstuhl Platz nehmen und so ganz neue Erfahrungen sammeln. ▪ dt

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