Rege soziale Netzwerke: Viele Impule aus Gemeindezentrum Rathmecke

Jürgen Schönbeck, Frank Reckling, Mandy Griguhn und Thorsten Brinkmeier (v.l.) sind ein gut aufeinander abgestimmtes Team, das sich für das Gemeindeleben in der Rathmecke/Dickenberg einsetzt.

Rathmecke/dickenberg -  Sie begrüßen sich mit einer Umarmung, einem kurzen Klopfer auf die Schulter. Das ist nicht nur eine oberflächliche Geste so nebenbei, sondern ein echtes Zeichen der Verbundenheit. Pfarrer Thorsten Brinkmeier spricht auch gleich von einer hohen Bindekraft, die den Stadtteil Rathmecke/Dickenberg auszeichnet.

„Es ist alles sehr übersichtlich und persönlich.“ Seit 2004 ist der gebürtige Ostwestfale hier und schätzt diese Nähe zu den Menschen und auch zur Natur rundum.

Jürgen Schönebeck, seit 30 Jahren mit dem Jugendzentrum vertraut – 1987 übernahm er die Leitung –, freut sich darüber, dass sich einstige Jugendliche auch Jahre später noch blicken lassen: „Sie sagen, das ist wie nach Hause kommen.“ Rund 120 Jugendliche im Alter zwischen 6 und 26 kommen ins Zentrum im Rathmecker Gemeindezentrum. „Das Jugendzentrum ist so etwas wie eine Parallelfamilie.“

Der Wandel beziehungsweise Einschnitt in das Gemeindeleben, der sich gerade vollzogen hat durch die Schließung der Hermann-Gmeiner-Schule im vergangenen Jahr, ist noch tief und darüber redet auch niemand hinweg. Er könnte Angst machen, ebenso wie die Schrumpfung des Stadtteils. „Das Positive daran ist aber auch, dass die Menschen näher zusammenrücken, gemeinsam Feste feiern, solidarisch sind. Manche sind in mehreren Vereinen.“

Es gibt viele Möglichkeiten, sich einzubringen, wenn man mag. Dann ist schnell Vertrauen gewonnen. „Gerade Eltern können mit ihren Kindern gut andocken bei uns“, sagt Thorsten Brinkmeier. Sei es in der Kindertagesstätte Rappelkiste im SOS-Kinderdorf oder in dem Kindergarten Rathmecke-Dickenberg. Hinzu kommen drei Spielplätze. Wer will, kann seine Kinder geradezu dorfnah aufziehen.

Frank Reckling ist Leiter des Offenen Ganztags, den 35 Mädchen und Jungen besuchen. „Da hat sich trotz der Schließung der Hermann-Gmeiner-Schule nichts geändert. Die Zusammenarbeit mit Gevelndorf ist gut. Zwei Lehrer kommen wöchentlich zur Hausaufgabenbetreuung. Die Angebote sind sogar noch umfangreicher.“ Das Symbol Schule fehle und die exponierte Lage hoch am Hang an der Schulstraße ebenfalls. „’Von hier aus kann man die ganze Welt sehen’, hat mal ein Schüler gesagt“, erzählt Frank Reckling und lacht. Das ist unbestritten von der Grundschule Gevelndorf aus nicht möglich.

Mandy Griguhn ist Gemeindepädagogin, arbeitet ebenfalls im Jugendzentrum und fühlt sich wohl in der Rathmecke. „Ich wohne am Dickenberg. Das ist ein attraktiver Stadtteil mit einer engen Nachbarschaft und einem guten sozialen Netzwerk. Wer sich öffnet, bekommt schnell Kontakt“, hat sie erfahren, sei es im Sportverein bei TuRa Eggenscheid oder im Familienzentrum des SOS-Kinderdorfes an der Claudiusstraße. „Das ist weit mehr als eine Schlafstadt, in der die Leute nur wohnen und ansonsten nichts miteinander zu tun haben.“ Alteingesessene gehen auf die „Neuen“ zu. Man komme gut in die Gemeinschaft hinein, besonders wenn man die zahlreichen Feste besuche, haben alle erfahren, zum Beispiel morgen beim Kindergartenfest, das um 12 Uhr mit einem Gottesdienst – wenn möglich unter freiem Himmel – beginnt.

All diese Angebote zu erhalten, auszubauen und für sie zu werben, darin sehen Thorsten Brinkmeier, Jürgen Schönbeck, Frank Reckling und Mandy Griguhn ihre Aufgabe. „Es gibt sehr viele Nischen, die bedient werden. Wir erreichen viele Menschen aus den Stadtteilen, zum Beispiel die russische Gemeinde El Shaddai, die im Gemeindezentrum ihren Gottesdienst gefeiert hat.“

Eingeschränkte Mobilität sei sicher ein Nachteil, gerade für ältere Bewohner. Mit den dadurch bedingten Wegzügen müsse man umgehen, aber nicht etwa resignierend, sondern dynamisch und solidarisch. Da bleibt weiter die bewährte Teamarbeit gefragt im Gemeindezentrum Rathmecke-Dickenberg.

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