Gemeindetage: Versöhnung als Chance

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Elke Werner beantwortete vor ihrem Vortrag Fragen von Diakon Kristian Hamm-Fehl zu ihrem Leben. ▪

LÜDENSCHEID ▪ Den Müll des Lebens wegzuräumen – das war eines der Bilder, die Elke Werner benutzte, um die Bedeutung, die sie der Versöhnung gibt, zu beschreiben. Die Theologin sprach gestern Abend bei den Gemeindetagen unter dem Wort in der Christuskirche über das Thema „Was im Leben wirklich zählt... Versöhnung“.

Bereits in seinem Grußwort verwies Dr. Stefan Werth, Leiter des Zeppelin-Gymnasiums, darauf, wie wichtig Versöhnung im Alltag ist. Er verdeutlichte dies an der Vielzahl von Menschen, Meinungen und Überzeugungen, die an der Schule aufeinandertreffen. „All diese Menschen müssen miteinander auskommen“, sagte der Pädagoge und betonte gleichermaßen, dass Schule geprägt sei von Konflikten und trotzdem funktioniere sie irgendwie – „und gar nicht so schlecht.“

Werth wünschte den Zuhörern, dass der gestrige Abend sie einen kleinen Schritt zu mehr Gelassenheit bringe: „Denn sie ist der erste Schritt in Richtung Versöhnung.“

Referentin Elke Werner verglich Unversöhnlichkeit im Leben von Menschen mit Wohnungen von Messies, bei denen zwischen Unrat und Ungeziefer nur noch mit Mühe ein Weg gefunden werden kann. „Es wird immer unbequemer, wenn wir nicht Versöhnung finden.“ Und ähnlich wie in der Wohnung, die in manchen Fernsehsendungen mit Hilfe von Beratern entrümpelt wird und damit die Chance für einen kompletten Neuanfang mit frischer Farbe an den Wänden und neuen Möbeln bietet, sei das auch mit der Versöhnung. Die Basis dafür findet Elke Werner in ihrem Glauben an Jesus. Durch ihre Beziehung zu ihm, wisse sie was Versöhnung ist. „Er hat den Mist unseres Lebens, die Schuld, die wir auf uns geladen haben, auf sich genommen.“

Streit und Missverständnisse gebe es überall, auch zwischen Menschen, die sich nahe stehen. „Wir werden aneinander schuldig. Das ist so“, sagte Elke Werner mit eindringlicher Selbstverständlichkeit. Wenn man dann innerlich Türen zuschlage und unversöhnlich bleibe, „dann stirbt das Miteinander. Man wird einsam.“ Als Beispiel führte sie eine Geschichte aus ihrer eigenen Familie an. Vater und Großmutter hätten sich immer gestritten bis sie schließlich nur noch das Nötigste miteinander geredet hätten. Als der Vater im Sterben lag und kaum noch Sprechen konnte, habe es ihn danach verlangt, sich zu versöhnen. Erst danach sei es ihm möglich gewesen, friedlich und regelrecht befreit zu sterben. ▪ gör

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