Gemeindebezirk Lösenbach feiert 50. Geburtstag

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Das jetzige, 1995 eingeweihte Gemeindezentrum Lösenbach.

Lüdenscheid - In diesem Jahr besteht der Gemeindebezirk Lösenbach seit 50 Jahren. Das Jubiläum wird am 14. September mit einem Festgottesdienst im Gemeindezentrum Lösenbach (Beginn: 10 Uhr) gefeiert.

Das erste Gemeindehaus wurde bis 1995 genutzt.

Die Gemeinde im Pfarrbezirk Lösenbach wurde 1964 im Zusammenhang mit der intensiven Wohnbebauung im Bereich Oberlösenbach gegründet. Die Neubürger des Stadtteils bildeten schon früh eine kleine Gemeinde, die ihre Gottesdienste zunächst in der Pausenhalle der neuen Grundschule Lösenbach feierte. Auch eine eigene Frauenhilfsgruppe, einen sogenannten Mütterkreis, gab es bereits. Dieser traf sich einmal im Monat im kleinen Saal der Gaststätte Bräcker in Othlinghausen.

Erster Pfarrer des Pfarrbezirks Lösenbach war Werner Ehmler (1964 – 1971). Als sogenannter Pfarrstellenverwalter übernahm er die Aufgabe, die Gemeinde im Bezirk Lösenbach aufzubauen. Zum Gottesdienst und zum Müttertreff kamen bereits zu seiner Zeit der Konfirmandentreff, eine Jugendgruppe und eine blühende Kindergottesdienstarbeit hinzu.

Die Open-Air-Pfingstgottesdienste auf dem Gelände des Gemeindezentrums erfreuen sich großer Beliebtheit.

Am 1. Oktober 1971 trat der erst 30 Jahre alte Pfarrer Friedrich-Wilhelm Windfuhr Ehmlers Nachfolge an. Bis zu seinem vorzeitigen Eintritt in den Ruhestand im Herbst 1999 hat er das Gemeindeleben 28 Jahre lang geprägt. Ihm lag der missionarische Gemeindeaufbau ganz besonders am Herzen. Das heißt, dass er seinen Auftrag darin sah, Menschen zum Glauben an Jesus Christus einzuladen und sie als Mitarbeitende für diese Aufgabe zu gewinnen. Während die Einweihung des ersten Gemeindehauses an der Schubertstraße 3 im Januar 1967 – eines Fertighauses holländischer Bauart – noch in Pfarrer Ehmlers Zeit fiel, wurde das jetzige Gemeindezentrum errichtet, als Friedrich Wilhelm Windfuhr Pfarrer der Gemeinde war. Das Gemeindeleben in dem Fertighaus, das ursprünglich als Provisorium für etwa zehn Jahre gedacht war, dauerte letztendlich 28 Jahre. „Wir haben uns in unserer ‚Hütte Gottes‘, wie wir unser Gemeindehaus nannten, sehr wohl gefühlt“, berichtet Pfarrer Windfuhr, „Sie war fast so etwas wie ein Wohnhaus einer Gemeinschaft von Christen aller Altersgruppen“.

Jugendgottesdiente – wie hier mit der Band „Celebration“ im Jahr 2013 – gehören zum ständigen Angebot.

Weil die wachsende Jugendarbeit mehr Raum brauchte, erhielt das Provisorium 1974 einen Jugendtrakt, und 1982 errichteten 15 Freiwillige aus der Gemeinde – einschließlich Pfarrer Windfuhr – einen weiteren Anbau. Als die „Hütte Gottes“ immer stärkere bauliche Mängel aufwies, fasste das Presbyterium 1988 einen ersten Sanierungsbeschluss. Doch das Provisorium konnte nicht mehr saniert, sondern musste abgebrochen und durch einen Neubau ersetzt werden. Die Einweihung des laut Architekt van der Minde „zweigeschossigen multifunktionalen Kirchenneubaus“ wurde am Erntedanktag (1. Oktober) 1995 vom Vizepräses der Evangelischen Kirche von Westfalen, Herbert Demmer, vorgenommen. Eingebettet in eine schöne Umlage, bringt das Gemeindezentrum hervorragende Voraussetzungen für viele Zwecke mit.

Das Fest am Jubiläumstag

Am 14. September wird ab 10 Uhr ein Festgottesdienst gefeiert. Anschließend gibt es eine Feierstunde, in der der Weg der Gemeindearbeit in dem Gemeindebezirk nachgezeichnet wird. Danach werden alle Gäste zu einem Mittagessen eingeladen.

Als weiterer Höhepunkt des Tages ist ein Konzert mit dem Duo „2Flügel“ gedacht (ab 18 Uhr) bei dem die Theologin und Autorin Christina Brudereck und der Pianist Benjamin Seipel unter der Überschrift „Wo auch immer“ lyrische Texte mit exzellenter Klaviermusik verbinden werden. Der Eintritt kostet zehn Euro, im Vorverkauf acht Euro. Vorverkaufsstellen sind das Gemeindebüro an der Halverstraße 3 (Tel. 0 23 51/7 13 47), das Patchworkstübchen Judys Star, Lortzingstraße 22 (Tel. 0 23 51/ 96 39 81) und das Reisebüro Gaede, Bahnhofstraße 8.

Eins der herausragenden Fenster („Ich bin das Licht der Welt“), die der Künstler Andreas Felger gestaltete.

Im Obergeschoss dominiert der helle Gottesdienstraum mit seinen herausragenden Farbfenstern zu den „Ich bin“-Worten Jesu, die der Künstler Andreas Felger entworfen hat. Ein großer Gruppenraum kann durch das Öffnen einer Schiebetür mit dem Gottesdienstraum verbunden werden. In diesem können im Bedarfsfall mehr als 400 Menschen Platz finden. Das Untergeschoss, in dem sich die Jugendräume befinden, kann zur Grünanlage hin geöffnet werden, die sehr gute Möglichkeiten für Spiel und Sport sowie für Freiluft-Gottesdienste bietet.

Verabschiedung der Pfarrersfamilie Erlbruch.

Nach Pfarrer Windfuhr war Johannes Erlbruch, der ab 1997 sein Vikariat unter ihm absolviert hatte, zehn Jahre lang (von 1999 – 2009) Pfarrer des Bezirks Lösenbach. Nach der Verabschiedung von Pfarrer Friedrich Hörster aus dem Pfarrbezirk Brügge im Mai 2007 war Erlbruch für diesen mitverantwortlich. Unterstützt wurde er dabei durch Pfarrer Thomas Wienand, der je zu 50 Prozent in den Kirchengemeinden Oberbrügge und Brügge-Lösenbach tätig war und auch heute noch einen kleinen Seelsorgebezirk in Brügge betreut.

Pfarrer Friedrich-Wilhelm Windfuhr bei der Amtseinführung des jetzigen Gemeindepfarrers Michael Czylwik im Jahr 2010 (hinten 2.v.l. der frühere Pfarrer des Gemeindebezirks Brügge, Friedrich Hörster).

Die Evangelische Landeskirche genehmigte nach dem Fortgang von Pfarrer Hörster für die ganze Gemeinde Brügge-Lösenbach nur noch eine Pfarrstelle, die Pfarrer Michael Czylwik seit 2010 inne hat, sowie die Stelle einer Gemeindepädagogin, in die Sabine Drescher im Mai 2011 eingeführt wurde.

Jugendgottesdiente – wie hier mit der Band „Celebration“ im Jahr 2013 – gehören zum ständigen Angebot.

Die Gemeinde ist dankbar dafür, dass sich über die Jahre zahlreiche ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aller Altersgruppen mit großem persönlichen Einsatz in die Gemeindearbeit eingebracht haben. An der einmanualigen Orgel im Gemeindezentrum hat Käthe Lindner ab 1967 viele Jahre ihren Dienst getan. In den 70er-Jahren übernahm Ute Theissen die halbe Organistenstelle. Inzwischen begleiten verschiedene Organisten im Wechsel die Sonntagsgottesdienste: Tzvetanka Wiegand, Hilmar Clever, Thomas Sakuth oder Michael Kordt. Häufig bereichert auch die Gemeindeband „Rrums“ (Hilmar Klever, Thomas Sakuth oder Michael Kordt) die Gemeindeveranstaltungen.

Erste Küsterin der Gemeinde war Ruth Klante. Nach ihr übernahmen Hermine und Dieter Pohl, das Ehepaar Wolf und schließlich Christine und Ralf Bönsch das Hausmeisteramt.

Kinderbibeltage gehören zum Gemeindeleben.

Zu den unzähligen Veranstaltungen, die der Gemeindebezirk Lösenbach inzwischen ausgerichtet hat, gehörten nicht nur Gottesdienste, Feiern und Feste, sondern auch Konzerte, von denen vor allem die mit dem Künstler Clemens Bittlinger viel Beachtung gefunden haben, Kinderbibeltage, Basare und Trödelmärkte. Immer wieder lädt auch der Verein „Haus des Lebens“ zu Veranstaltungen ins Gemeindezentrum Lösenbach ein, der seine Einnahmen regelmäßig für ein Schulungs- und Begegnungszentrum in Indonesien zur Verfügung stellt, das vom früheren Gemeindepraktikanten Sven Scheunemann und dessen Frau Joice geleitet wird. - von Ingrid Weiland

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