Neujahrsempfang von St. Medardus

Gemeinde soll zusammenwachsen

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Nach der Vorabendmesse versammelten sich Lüdenscheider Katholiken in Gemeindesaal von St. Petrus und Paulus.

Lüdenscheid - „Wir sind eine Gemeinde St. Medardus“, das sei das Wichtigste, „über alles andere kann man reden“: So brachte Hans-Joachim Waibel, stellvertretender Vorsitzender des Kirchenvorstands (KV), beim Neujahrsempfang der Pfarrei die Situation der Lüdenscheider Katholiken auf den Punkt. Deutlich wurde am Samstagabend im Gemeindesaal von St. Petrus und Paulus auch, dass es unter den Gemeindemitgliedern nicht nur Zustimmung für die Pläne zur Zukunft von St. Medardus gibt, wie sie im Rahmen des Pfarreientwicklungsprozesses (PEP) erarbeitet wurden.

Während Waibel, Pfarrer Andreas Rose und Pfarrgemeinderatsvorsitzender Markus Geisbauer intensiv dafür warben, die Chance zu ergreifen, in Lüdenscheid katholisches Leben komplett neu zu gestalten, gab es einige Wortmeldungen, die das Votum für einen einzigen, neu zu gestaltenden Kirchenstandort in Frage stellten. Wie berichtet, haben sich die Gremien der Pfarrei mehrheitlich dafür ausgesprochen. Das habe nicht nur finanzielle Gründe, sondern auch gesellschaftliche. „Es gibt 15 000 Katholiken in der Stadt, die Kirchensteuer zahlen. Wo sind die den heute alle?“, fragte Waibel.

Kritiker äußern sich in einem Brief

Letztlich solle so aus der Pfarrei St. Medardus, die bei der Bistumsreform 2006 als Dach für die vier bis dahin eigenständigen katholischen Lüdenscheider Kirchengemeinden entstanden ist, eine lebendige Gemeinde werden, betonten die drei Verantwortlichen. In Gesprächen zeigte sich, dass etlichen Katholiken diese Veränderung bis heute nicht bewusst ist, da sich das Gemeindeleben vielfach noch in den alten Strukturen abspielt.

Eine Gruppe, die einen Brief an alle Mitglieder von KV und Gemeinderäten sowie des Pfarrgemeinderates, des PEP-Koordinierungsteams und des Pastoralteams geschrieben hatte, kam nach den Reden nicht mehr zu Wort. Gerhard Brüser und Ulrich Denger, selbst KV-Mitglieder, Peter Gunkel (Gemeinderat St. Paulus Brügge), Günther Weiß (Gemeinderat St. Joseph und Medardus) sowie Matthias Wagner führen mehrere Argumente „für mehr als eine Kirche in der Pfarrei St. Medardus“ an. Unter anderem zitieren sie das im Sommer verabschiedete pastorale Konzept, das von gut erreichbaren Orten spreche. Sie plädieren für wohnortnahe Lösungen und halten nach der Kostenplanung für St. Medardus 2030 mindesten zwei große Standorte für möglich. Außerdem wird kritisiert, dass die Gemeinderäte der vier Gemeinden kein Votum hätten abgeben dürfen.

Andreas Rose war auf diese Kritikpunkte in seiner Rede teilweise eingegangen. So hatte er darauf verwiesen, dass jeder eingeladen gewesen sei, sich im PEP einzubringen. Außerdem bedeute ein zentraler Kirchenstandort nicht, dass es Orte für Gebete und Begegnung nicht in anderen Räumen geben könnte, wie Kapellen oder katholischen Kindergärten. Rose betonte, dass es in Zukunft nicht mehr möglich sein werde, dass Hauptamtliche alle Aufgaben alleine stemmen und zu den Menschen gehen: „Kirche sind wir alle.“

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