80 Teilnehmer bei Online-Versammlung

Gemeinde in der Aufarbeitung: Neues vom Brügger Missbrauchsfall

Corona in Niedersachsen: Evangelische und katholische Kirchen wollen an den Präsenzgottesdiensten an Ostern festhalten. (Symbolbild)
+
Symbolbild

Die Aufarbeitung jahrzehntelangen sexuellen Missbrauchs von Jungen durch einen ehrenamtlichen Jugendbetreuer in der Evangelischen Kirchengemeinde Brügge prägt die Arbeit der Gemeindeleitung und die Stimmung unter den Mitgliedern gleichermaßen.

Lüdenscheid - Rund 80 Frauen und Männer haben am Mittwochabend online an der Gemeindeversammlung teilgenommen – unter ihnen auch einige der Missbrauchsopfer.

Pfarrer Simon Schupetta und Alfred Hammer, Vorsitzender des Interventionsteams, sprechen einen Tag nach der Versammlung von einem „äußerst regen Austausch“ und „großem Interesse an der Zukunft der Jugendarbeit“ der Gemeinde. Hammer: „Diejenigen, die dabei waren, lieben ihre Gemeinde und haben mit ehrlichen und sachlichen Wortbeiträgen aus dem Herzen heraus dokumentiert, dass sie die großen Verdienste Einzelner anerkennen.“

Schupetta fügt hinzu: „Sie wollen, dass es weiter geht.“ Gleichzeitig räumt der Pfarrer ein, dass es auch Gemeindeglieder gab, die sich angesichts der Geschehnisse um den beschuldigten Jugendbetreuer vereinzelt von der Gemeinschaft abgewandt haben. Einige Funktionsträger hätten dem Täter „vielleicht zu lange und zu blind vertraut“.

Auch Ansgar Röhrbein, Leiter des Märkischen Kinderschutzzentrums, hat an der Gemeindeversammlung teilgenommen. Wie Alfred Hammer sagt, habe die Gemeindeleitung frühzeitig nach Bekanntwerden der Vorgänge den Kontakt zu den externen Partnern hergestellt. Sowohl für Missbrauchsopfer als auch für Funktionsträger, die derzeit „ein hohes Maß an psychischer und physischer Beanspruchung erleben“, sei das Kinderschutzzentrum „eine wichtige Stütze“, so Alfred Hammer.

Gleichzeitig laufen bei der Landeskirche Disziplinarverfahren gegen zwei Personen, denen Pflichtverletzung zur Last gelegt wird. Je nach Ausgang der Prüfungen durch die kirchliche Gerichtsbarkeit drohen den Beschuldigten Sanktionen von Abmahnungen über Kürzungen von Zuwendungen bis zur Entbindung von Funktionen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare