Gemeinde am Honsel feiert Jubiläum

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Das kupferne Altarbild des Düsseldorfer Künstlers Ferdi Walther hängt frei schwebend über dem Altar – durch die Beleuchtung in der Kirche wirft es Schatten auf die weiße Rückwand. ▪

LÜDENSCHEID ▪ Nach dem Zweiten Weltkrieg wuchs die Stadt Lüdenscheid um ein Vielfaches. Überall entstanden neue Wohngebiete und damit stieg auch der Bedarf an Kirchen. Die jüngste katholische Gemeinde der Stadt ist St. Petrus und Paulus – sie wurde zum 1. Januar 1962 gegründet. Ihr 50-jähriges Bestehen feiert die Gemeinde morgen, am 30. September. Denn am 1. Oktober ist der Jahrestag der Kirchweihe – diese ist allerdings erst 45 Jahre alt.

Gemeinderatsvorsitzende Birgit Straube hat anlässlich des Jubiläums eine Festschrift erstellt. Diese enthält unter anderem eine tabellarische Chronik mit einigen Daten aus der Geschichte der Gemeinde am Honsel. Auch Gemeindereferentin Marita Franzen hat sich mit der Historie von St. Peter und Paul befasst – diese Erinnerungen sollen bei der Feier morgen im Mittelpunkt stehen. Wer sich mit den beiden Frauen unterhält, bekommt das Bild einer zwar kleinen – wie sie selbst sagen – , aber sehr aktiven Gemeinde, die seit einem Jahr keinen Pastor mehr hat. Pfarrer Johannes Broxtermann leitet die Gemeinde als Pfarradministrator gemeinsam mit Marita Franzen.

Bereits 1959 kaufte die „Muttergemeinde“ St. Joseph und Medardus das Grundstück am Rande des alten Dorfes Honsel für das Gemeindezentrum. Noch im selben Jahr wurde ein Kirchbauverein gegründet. Dieser erwirtschaftete in kürzester Zeit die für damalige Verhältnisse stattliche Summe von 80 000 D-Mark als Eigenanteil für den Bau der Kirche. 1960 kam dann ein Mann nach Lüdenscheid, der die Gemeinde aufbauen sollte und sie schließlich als Pfarrer bis 1979 leitete und prägte: Theodor Grote. Bereits 1961 fanden sonntägliche Gottesdienste statt – in der evangelischen Nachbarkirche, der Kreuzkirche. Ein erstes Pfarrfest wurde im selben Jahr in der Brüninghauser Halle gefeiert. In Brüninghausen gab es mit St. Georg eine katholische Kirche, die mit der Gemeindegründung 1962 Filialkirche von St. Petrus und Paulus wurde und es bis zum Verkauf 1999 blieb.

Am 23. September wurde auch ein Gotteshaus am Honsel geweiht – aber noch nicht das, das dort heute steht. Eine „Notkirche“ aus Holz wurde für die ersten Jahre Heimat der Gemeinde. Nach der Einweihung der neuen Kirche am 1. Oktober 1967 wurde die Holzkirche noch viele Jahre von Gemeindegruppen wie dem Sonntagskindergarten und der Altentagesstätte genutzt.

Im November 1969 wurde der Kirchbauverein aufgelöst. An seiner Stelle wurde ein Bauverein für den Kindergarten an der Berliner Straße gegründet – dieser feiert in diesem Jahr sein 40-jähriges Bestehen. 1983 begannen die Vorbereitungen für das nächste große Bauprojekt der Gemeinde: Da die alte Holzkirche baufällig geworden war, sollte ein neues Pfarrzentrum entstehen. Dafür wurde ein Spendenkonto eingerichtet. 1988 wurde das Gemeindehaus eingeweiht.

Die Chronik, die Birgit Straube erstellt hat, listet exemplarisch einige weitere Höhepunkte der Gemeindegeschichte auf – ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Aber Gesprächsstoff für die Besucher des Jubiläumsfestes dürften die Winterfeste oder auch der laut Akten der Gemeinde erste Martinszug 1962 allemal geben. Auch an die Autoweihen an der Bismarcksäule dürfte sich mancher noch erinnern. Genannt werden auch Gründung oder Jubiläen von Gruppen und Kreisen, von denen nicht mehr alle existieren. Aber es gibt auch Dinge, die bis heute geblieben sind, zum Beispiel die ökumenischen Open-Air-Gottesdienste an der Albert-Schweitzer-Schule mit der Kreuzkirchengemeinde und der freikirchlichen Gemeinde von der Berliner Straße.

Besonderheiten in der Gemeinde sind für Marita Franzen zum Beispiel die Kinderkirche, an denen in der Advents- und Fastenzeit parallel zu den Gottesdiensten bis zu 60 Kinder teilnehmen, oder die Pfingstnovele, die als Abendgebet stattfindet, und Wortgottesdienste, die zum Teil von Ehrenamtlichen gestaltet werden. ▪ gör

In der Ausgabe der Lüdenscheider Nachrichten vom Samstag gibt es eine Sonderseite zum Jubiläum der Gemeinde St. Petrus und Paulus.

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