Gelungenes Ende einer besonderen Kooperation

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Gutes Ende einer erfolgreichen Aktion: Rolf Saupe durfte „seinen“ Weg frei geben. Möglich geworden war dies durch den Verein „Glücksbringer“, neun Auszubildende der Sparkasse Lüdenscheid sowie die Garten- und Landschaftsbau GmbH Udo Cordt in Person von Oliver Cordt. ▪

LÜDENSCHEID ▪ „Ich hätte nie gedacht, dass das so schnell gehen und so schön aussehen würde. Jetzt kann ich wieder so oft rausgehen, wie ich möchte.“ Die Freude und Dankbarkeit war Rolf Saupe ins Gesicht geschrieben, als er stolz den Weg frei gab, der eigens für ihn und seinen Elektro-Rollstuhl angelegt worden war – und zwar in einer ganz besonderen Gemeinschaftsaktion.

Denn nachdem sich Rolf Saupe (65) an den Verein „Glücksbringer“ gewandt hatte, weil es ihm nicht möglich war, mit seinem Rollstuhl über die Wiese zu seinem Auto zu fahren (wir berichteten), hatten sich neun Auszubildende der Sparkasse bereit erklärt, ihre Muskelkraft zur Verfügung zu stellen. Gleichzeitig bot die Garten- und Landschaftsbau GmbH Udo Cordt in Person von Geschäftsführer Oliver Cordt an, ihnen mit Fachwissen und Gerätschaften zur Seite zu stehen. Den finanziellen Teil übernahm der Verein „Glücksbringer“, unterstützt von Spenden.

Für drei Werktage waren Chris Fronzek, Marcel Pfaffenbach, Felix Scholl, Konrad Giraud, Sascha Pitassi, Annika Stiebing, Carina Reininghaus, Kalliopi Chantzi und Zhara Khoschi von Sparkassen-Ausbildungsleiter David Macipe frei gestellt worden, um den Schreibtisch gegen Schubkarre und Schaufel zu tauschen. Unter der fachkundigen Anleitung von Garten-und Landschaftsbauer Christian Schmalenbach wurde der rund 40 Meter lange Weg hinter den Häusern Am Hilgenhaus ausgeschachtet, mit Schotter, Kies und Splitt aufgefüllt und anschließend das Pflaster verlegte. Knapp 2000 Steine wurden dafür benötigt – eine Anzahl, die Saupe alleine gar nicht hätte finanzieren können. Ebenso wie den Arbeitsaufwand, der nun von den Auszubildenden sowie der Firma Cordt übernommen wurde.

Und so sprach Thomas Hagemann, Vorsitzender des Vereins „Glücksbringer“, allen Beteiligten ein dickes Lob aus. „Das war eine ganz tolle Sache, die ein großes Dankeschön verdient. Das wäre für einen alleine gar machbar gewesen.“ Und auch die anderen Aktiven zogen am Nachmittag ein positives Fazit: „Das war eine runde Sache und hat gut geklappt, auch ohne die fachlichen Kenntnisse“, erklärte Garten- und Landschaftsbauer Christian Schmalenbach.

„Das war anstrengend und was ganz Neues, hat aber auch viel Spaß gemacht und spricht für unsere ganze Gruppe“, machte Chris Fronzek deutlich. Er leitete das Projekt „Fair – menschlich – nah“, das die Auszubildenden der Sparkasse im Rahmen ihrer Lehre absolvieren. Der Hilferuf von Rolf Saupe, der seit einer Infektion an den Beinen und einer anschließenden Amputation an den Rollstuhl gefesselt ist, kam den jungen Leuten daher wie gerufen. „Wir wollten einem Menschen helfen.“

Und diese Hilfe kommt nun nicht nur Rolf Saupe, der ein Stück Freiheit zurück gewonnen hat, zugute. Denn: Auch eine Nachbarin ist froh, den Weg mit dem Kinderwagen nutzen zu dürfen. ▪ Kerstin Zacharias

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