Langer Beifall für die CVJM-Bühnenmäuse

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CVJM-Spielleiter Frank Gerhardt gab den "Geliehenen Opa".

Lüdenscheid - Sechs Wochen braucht der Bart, um so zu wachsen, dass Frank Gerhardt so aussieht wie „Opa Lieblich“. Das hat der Spielleiter der CVJM-Bühnenmäuse im Sommer ausprobiert. Und je nach dem Wunsch seiner Frau Susanne kommt der Bart am Ende der Spielzeit wieder ab.

Die Erwartungshaltung war groß, der Vertrauensvorschuss ebenso. Immerhin sind für die gesamte Spielzeit nur noch 34 Karten zu haben. Dementsprechend nervös war das Ensemble in den ersten Minuten, nachdem sich im CVJM-Heim an der Mathildenstraße der Premiere-Vorhang gehoben hatte.

Doch das neunköpfige Bühnenensemble fing sich schnell. „Der geliehene Opa“, eine Komödie in vier Akten von Walter G. Pfaus, 2004 schon einmal mit anderen Schauspielern und großem Erfolg gespielt: Bärbel und Norbert Rose (Simone Meykranz und Gerd Heuel) wollen die marode Haushaltskasse aufbessern und bieten Singles ein „Familienleben“ auf Zeit. Diese allerdings bestehen auf der Abwesenheit eines Opas in der Familie. In Ermangelung desselben wird Opa Lieblich ausgeliehen. Und der hat's faustdick hinter den Ohren.

Jenny Morales und Guido Hesmer als Cindy Schuh und Detlef Stöckel.

Geradezu meisterhaft tackerten Masken- und Kostümbildner die langen Haare von Simone Meykranz unter eine Kurzhaarperücke, die den schnippischen Charakter von „Bärbel-Mäuschen“ unterstrich. Lange Haare hätten hier wirklich nicht gepasst.

Zum ersten Mal stand Nadine Seuthe als Rose-Tochter Katja auf der Bühne und lieferte einen Einstand nach Maß. Eine großartige schauspielerische Entwicklung zeigte Steffi Pantack. Ging sie bei vorangegangenen Aufführung noch hier und da etwas zaghaft mit ihren Rollen um, so wuchs sie als Norberts Mutter Monika über sich hinaus. „Sie erarbeitet sich ihre Rolle Stück für Stück“, so Petra Schaller, die in diesem Jahr die Regie an Regina Voß-Passow und Frank Gerhardt abtrat.

Die Sympathien des rund hundertköpfigen Premiere-Publikums, darunter Bürgermeister Dieter Dzewas und Ehefrau Gisela, gehörten schnell auch Guido Hesmer als Detlef Stöckel und seinem großartigen, weinerlichen Muttersohn-Gehabe. Zum Ensemble gehörten an diesem Abend auf der Bühne auch Jenny Morales, Regina Duisenberg und Andreas Schmale.

Robert Zapp als „Pausenfüller“ empfahl wärmstens die Pausenschnittchen: „Vom Schnittchen-Verkauf werden eine Vorschule in Kissi und der Bau einer Grundschule in Kenema unterstützt.“

Zwei Stunden treffsichere Pointen und sorgfältig eingesetzter Lokalkolorit – da passte alles. Stehende und nicht enden wollende Ovationen gab's am Ende für die Akteure, die wie in jedem Jahr die Einnahmen aus dem Kartenverkauf ohne Abzüge nach Sierra Leone schicken.

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