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Eine Tonne mehr für alle: Lüdenscheid schafft den Gelben Sack ab

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Von: Julian Witzel

gelbe tonne
Ab 2023 Pflicht, derzeit noch freiwillig: Die Gelbe Tonne wird 2023 die Gelben Säcke in Lüdenscheid ablösen und soll alle 14 Tage geleert werden. © Cedric Nougrigat

Das Votum bei der Bürger-Abstimmung im April dieses Jahres war deutlich, nun sind die Tage der Gelben Säcke gezählt. Mit 63 Prozent der Stimmen hat sich eine deutliche Mehrheit der Lüdenscheider Bürger, die an der Abstimmung des Stadtreinigungs-, Transport- und Baubetriebs Lüdenscheid (STL) über die Frage teilgenommen haben, für die Einführung der Gelben Tonne ausgesprochen und damit das Ende der Gelben Säcke eingeläutet.

Lüdenscheid – Jetzt geht es nur noch darum, ob der STL-Werksausschuss diesem Votum am Donnerstag im Rahmen seiner Sitzung, ab 17 Uhr im Kulturhaus, folgt. In der Sitzung wird darüber entschieden, ob ab dem 1. Januar des Jahres 2023 die Nutzung der Gelben Tonne für die Bürger der Bergstadt verpflichtend eingeführt wird.

StadtLüdenscheid
LandkreisMärkischer Kreis
Einwohnerzahl72.313 (Stand: 31.12.2019)

Winkt der Werksausschuss den Vorschlag durch, wird dieser dem Rat in seiner Sitzung am Montag, 28. Juni, vorgelegt. Bis zum Jahr 2023 müssten etwa 35 000 Gelbe Tonnen gekauft und an die Haushalte ausgeliefert werden. Standardmäßig werden Behälter der Größe 240 Liter ausgegeben beziehungsweise 1 100 Liter an Großwohnanlagen.

Lüdenscheid schafft den Gelben Sack ab: Neuer Leerungsrhythmus angedacht

Zudem soll ein neuer Leerungsrhythmus eingeführt werden. Bisher erfolgt die Abholung der Gelben Säcke alle vier Wochen. Laut Begründung der Beschlussvorlage ist es jedoch das Ziel, mit der Einführung der Gelben Tonne auch einen neuen Leerungsrhythmus einzuführen. Dieser soll 14-täglich sein. Darauf zielt auch ein Antrag der CDU ab.

Ein wichtiger Punkt ist, dass durch die Einführung der Gelben Tonne keine Mehrkosten für die Bürger entstehen sollen, „da es sich bei der Erfassung der Leichtverpackungen um ein privatwirtschaftlich organisiertes Entsorgungsprogramm handelt“, heißt es in der Begründung des Beschlussvorschlags.

Die Stadt sieht in dem Wechsel vom Sack zur Tonne einige Vorteile, wie zum Beispiel: ein sauberes Stadtbild, da keine Verschmutzung des Grundstücks oder der Straße durch Wind oder Wildbiss verursacht wird, Nachhaltigkeit durch die langfristige Nutzung der Behälter, kein zusätzlicher Kunststoffabfall durch die Nutzung der Gelben Säcke sowie eine saubere Erfassung.

Lüdenscheid schafft den Gelben Sack ab: Verhandlung mit Dualen Systemen

Aber dennoch gibt es auch Gründe, die für den Sack gesprochen haben. Als Argument wurde unter anderem ein Platzmangel für einen weiteren Behälter aufgeführt.

Um das Ziel zu erreichen, die Gelbe Tonne zum 1. Januar 2023 in der Bergstadt einzuführen, wird der STL entsprechend der Beschlussfassung beauftragt, die Verhandlung mit den Dualen Systemen aufzunehmen.

Zur Erläuterung: Der Auftrag zur Erfassung der Leichtverpackungen erfolgt auf Grundlage einer Ausschreibung und wird jeweils für drei Jahre vergeben. Die jetzige Ausschreibung endet Ende des Jahres 2022. Falls sich die Verhandlungen des STL mit den sogenannten „Systembetreibern“ hinzieht, wird die Stadt Lüdenscheid als öffentlich-rechtlicher Entsorgungsträger eine Rahmenvorgabe gegenüber den Dualen Systemen vorbereiten.

In dieser Rahmenvorgabe legt die Stadt unter anderem die Art und Größe der Sammelbehälter sowie die Häufigkeit der Behälterleerungen fest. Heißt: Wenn sich abzeichnet, dass die Verhandlungen mit den Dualen Systemen zeitraubend werden, greift die Stadt ein. Denn eines dürfte unumstößlich feststehen: Die Gelbe Tonne wird ab 2023 in Lüdenscheid eingeführt.

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