Gedenkzellen-Verein: Lokalgeschichte jetzt online

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Es war viel Arbeit: Hans-Werner Hoppe (vorne) und Martin Sander haben das Projekt technisch umgesetzt. In den Gedenkzellen selbst kann die neue Seite indes nicht aufgerufen werden.

LÜDENSCHEID -  Das Internet erobert die Welt immer stärker. Und selbst so traditionelle Disziplinen wie die Geschichtsforschung bleiben davon nicht unberührt. Auf die Anforderungen der Moderne hat jetzt auch der Lüdenscheider Gedenkzellen-Verein reagiert – und eine neue Seite zur Lüdenscheider Lokalgeschichte ins Netz gestellt.

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Gedenkzellen öffnen sich

Unter der Adresse www.lüdenscheider-zeitbilder.de findet sich ab sofort nicht nur eine allgemeine Chronik zur Lüdenscheider Stadtgeschichte – besonders soll der Zeitraum zwischen 1929 und 1948 beleuchtet werden. Also die Herrschaft des Nationalsozialismus sowie die Jahre unmittelbar vor und nach der Nazi-Diktatur. Den ersten Abschnitt von 1929 bis 1938 können Interessierte bereits online abrufen. Die Zeitspanne von 1938 bis 1948 soll innerhalb der nächsten sechs Monate folgen, so die Prognose des Lüdenscheider Historikers Matthias Wagner, Vorsitzender des Gedenkzellen-Vereins.

Wagner und seine Mitstreiter haben das neue Projekt mit Kraft vorangetrieben. Für die technische Umsetzung waren Hans-Werner Hoppe und Martin Sander zuständig, die dafür zahllose Stunden ihrer Zeit geopfert haben.

Zur Erinnerung: Der Gedenkzellen-Verein ist eine Bürgerbewegung, die es trotz etlicher Widerstände geschafft hat, die ehemaligen Polizei-Arrestzellen im Alten Rathaus zu einer Gedenkstätte zu machen. In den Zellen waren einst auch Nazi-Opfer inhaftiert. Info-Tafeln erinnern nun beispielhaft an Bürger der Stadt, die nicht ins krude Weltbild der Nazis passten und deshalb brutaler Verfolgung ausgesetzt waren.

Den konkreten Inhalt der ständigen Ausstellung in den Gedenkzellen thematisiert die neue Internet-Seite dabei nicht. Sie soll Besuchern der Gedenkstätte – gerade auch Schülern – eher zur Vor- und Nachbereitung eines Aufenthalts in den Gedenkzellen dienen und historisches Hintergrundwissen vermitteln. Angesprochen werden sollen auch Bürger, die durch eigenes Wissen dem Gedenkzellen-Verein bei seiner Arbeit helfen können. Matthias Wagner: „Wir suchen das digitale Gespräch zur Lokalgeschichte.“ - dt

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