Erinnerung ohne Stillstand

Das Schild am Eingang der Gedenkzellen.
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Das Schild am Eingang der Gedenkzellen.

Lüdenscheid -  Die Sache war von Anfang an klar: Ein Projekt wie die Lüdenscheider Gedenkzellen ist im engeren Sinn nie abschlossen. Das widerspräche dem Charakter der Erinnerungsstätte und würde nicht zum Anliegen der Macher passen. Das rund zehnköpfige Gedenkzellen-Team um Matthias Wagner, Manfred Kunkel und Dr. Jürgen Wurster setzt stattdessen bekanntermaßen auf ständige Weiterentwicklung, auf die Verwertung neuer Erkenntnisse und damit auf einen Lernprozess auch bei sich selbst.

Die Folge dieses Ansatzes: Seit der offiziellen Eröffnung der Gedenkstätten im Alten Rathaus im November 2012 hat der Verein immer wieder öffentliche Auftritte gehabt. Nebenbei bemerkt: Seit Bestehen der Gedenkzellen haben rund 1300 Menschen die Ausstellung besucht.

Der Kurs der Aktivität soll sich auch im nächsten Jahr fortsetzen. Das zentrale Ereignis für 2015 ist dabei für den 27. und 28. Februar sowie für den 1. März terminiert. Mit einem „Marsch für das Leben“ will der Verein dabei auf eine historische Gegebenheit aufmerksam machen. Kurz vor Zusammenbruch des Nazi-Regimes nämlich wurden Insassen rheinischer Haftanstalten auf einen Zwangs- und Gewaltmarsch ins Lager Hunswinkel bei Lüdenscheid geschickt. Viele überlebten die Tortur nicht. Die Maßnahme erinnert vom Wesen her an die bekannten Todesmärsche von KZ-Häftlingen kurz vor Kriegsende, deren Hintergründe bis heute nicht restlos durchleuchtet sind.

Wie Matthias Wagner im LN-Gespräch sagte, soll die Strecke des damaligen Marsches gemeinsam nachgegangen werden. Dazu kommen Info-Vorträge. Konkret soll das so aussehen:

Am Freitag, 27. Februar, geht es morgens per Bus von Lüdenscheid nach Köln in das dortige El-De-Haus, ein bekanntes NS-Dokumentationszentrum. Dort stehen eine Führung und ein Vortrag an. Abends geht es zurück nach Lüdenscheid. Am Samstag, 28. Februar, geht es wiederum per Bus nach Bergisch-Gladbach. Von dort wird dann nach Wipperfürth gewandert. Die Strecke ist 25 Kilometer lang. Nach einem weiteren Vortrag und der abendlichen Rückkehr in die Bergstadt steht am Sonntag, 1. März, zunächst die Fahrt nach Wipperfürth an und anschließend die Rückwanderung bis zu den Lüdenscheider Gedenkzellen (erneut rund 25 Kilometer).

Interessierte Bürger sind zur Teilnahme an der Aktion eingeladen. Nähere Auskünfte erteilt Matthias Wagner unter der Lüdenscheider Rufnummer 2 51 38.

Von Sebastian Schmidt

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