Gedenktafel beim Himmelfahrtspicknick der Lebenshilfe enthüllt

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Friedrich Linden und Stefan Thiel (v.l.) weihten die Gedenktafel ein.

Lüdenscheid - Das traditionelle Picknick der Lebenshilfe Lüdenscheid zu Christi Himmelfahrt lockte auch in diesem Jahr Hunderte von Menschen nach Wigginghausen. Höhepunkt war in diesem Jahr die Einweihung einer Gedenktafel, die an den langjährigen Vorsitzenden Manfred Silz sowie an den verstorbenen Bürgermeister Jürgen Dietrich erinnert.

Mit Bollerwagen und Getränken zogen Scharen von Männern zum Gutshof, dazu zahlreiche Familien und Jugendgruppe. Es herrschte ein buntes Treiben auf dem Gelände mit zahlreichen attraktiven Angeboten: der Nagelbalken Anziehungspunkt vor allem für die Männer, die Kinder konnten sich auf Hüpfburg und Rollenrutsche austoben. Ein Schminkangebot gab es ebenfalls für sie. Unterstützt von der Ehrenamtbörse sowie der Ehrenamtsabteilung der Lebenshilfe wurden zahlreiche kulinarische Angebote möglich. Es gab eine Wurstbraterei, Kartoffelchips, Crêpes, Brot, Steaks, dazu Kaffee und Kuchen und verschiedene Bierstände. Die integrative Band „Eygelb“ unter der Leitung von Markus Stumpf spielte auf und sorgte auf diese Weise für beste Unterhaltung.

In einer kleinen Feierstunde enthüllte Geschäftsführer Stefan Thiel die Gedenktafel, Vorsitzender Friedrich Linden hielt die Rede: „Silz erkannte, dass Menschen mit geistiger Behinderung förderungswürdig und -fähig sind und setzte sich für ihre schulische Ausbildung ein “, so Linden. Silz war von 1965 bis zu seinem Tod 1991 Vorsitzender, Initiator der Schule für Menschen mit geistiger Behinderung und erster Direktor dort. „Er realisierte, in welcher trostlosen Situation sich Menschen mit geistiger Behinderung befinden, wenn Eltern oder nahe Angehörige sterben und in Anstalten gesteckt werden“, führte Linden aus. Dies wurde für Silz zum Motor, eine Wohnstätte zu schaffen, in der sie ein lebenslanges Wohnrecht haben.

Als 1979 der stark renovierungsbedürftige Gutshof Wigginghausen zum Verkauf stand, war es vor allem der Initiative Dietrichs zu verdanken, dass dieser gekauft werden konnte. „Doch es fehlte für den Umbau das Geld“, berichtete Linden. In der Folge entstand eine beispiellose Bürgerbewegung, initiiert von Dietrich.

Die „Aktion Wigginghausen“ habe eine Welle der Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung ausgelöst wie nie zuvor in Lüdenscheid. Von der Feuerwehr und der Polizei bis zu den Skatbrüdern am Stammtisch spendeten alle und Bürgermeister Dietrich sei selbst mit der Sammelbüchse über dem Markt gezogen und habe die Bürger um Mithilfe gebeten.

„1982 begann der Umbau, zwei Jahre später zogen 20 Bewohner ein“, berichtete Linden. Nach dem Tod Dietrichs entstand die Idee, eine Gedenktafel zu installieren. Die stellvertretende Bürgermeisterin Ursula Meyer erinnerte in ihrem Grußwort an das Lebenswerk Dietrichs.

Im Anschluss wurde Timo Joop geehrt. Der 33-Jährige lebt trotz seiner Behinderung allein, wird ambulant unterstützt und wurde in den Lebenshilferat auf Landesebene gewählt. „Joop ist handwerklich geschickt und sehr hilfsbereit“, lobte Linden und überreichte diesem einen Gutschein. - maya

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