Mit Theater-Virus infiziert: Monika Gies führt jetzt Regie

+
Bei Inszenierungen der Theater-AG im Kulturhaus sammelte Monika Gies erste Erfahrungen als Regie-Assistentin. Jetzt ist sie selbst Regisseurin.

LÜDENSCHEID - Schon als Schülerin wurde Monika Gies vom Theater-Virus gepackt. In der Theater-AG des Zeppelin-Gymnasiums unter der Leitung von Liesel Brandts unternahm sie die ersten Schritte auf den Brettern, die die Welt bedeuten.

Aber es war weniger der große Auftritt auf der Bühne, sondern vielmehr die Arbeit hinter den Kulissen, die sie faszinierte. Schon in der Theater-AG wirkte Monika Gies vor allem als helfende Hand der Regisseurin. Jetzt präsentiert die gebürtige Lüdenscheiderin ihre erste Regiearbeit am Bochumer Schauspielhaus.

„Kurze Interviews mit fiesen Männern“ ist eine Kurzgeschichtensammlung, in der David Foster Wallace Menschen am Rande des Abgrundes porträtiert. Die Geschichten von vier dieser Personen hat Monika Gies für die Bühne adaptiert und auf ihr vierköpfiges Ensemble mit Therese Dörr, Marco Massafra, Dimitrij Schaad und Henrik Schubert zugeschnitten. Gemeinsam haben sie viel ausprobiert und einen Rahmen für die Monologe gesucht.

Am 16. Mai feierte das Stück Premiere im „Theater Unten“ des Schauspielhauses und wurde seitdem mehrmals gespielt. Die Aufführung morgen Abend ist bereits ausverkauft. Eine weitere ist am 18. Juli. Wegen der guten Resonanz soll es nach den Ferien in den neuen Spielplan aufgenommen werden. Ein Erfolg, über den sich die 30-Jährige sehr freut. Die Premiere hat sie sich selbst gar nicht angeschaut – sie war zu nervös, erzählt Monika Gies. Aber als sie dann auf der Bühne stand, um ihren Applaus als Regisseurin entgegenzunehmen, war das „ein tolles Gefühl“.

Nach dem Abitur erst ganz anderer Weg

Dabei hat sie nach dem Abitur erst einen ganz anderen Weg eingeschlagen: In Bochum studierte sie Erziehungswissenschaften und Deutsch auf Lehramt. Das Theater als Ziel kam ihr einfach „so riesig“ vor. Während des Studiums belegte sie dennoch vorrangig Kurse, die irgendwie mit Theater und Schauspiel zu tun hatten, und besuchte Inszenierungen des Schauspielhauses. Dann spielte der Zufall Monika Gies in die Hand: Nach ihrem Abschluss 2009 ergatterte sie eine Hospitantenstelle am Schauspielhaus und arbeitete dort schließlich seit 2010 als Regieassistentin. „So habe ich wahnsinnig viel vom Theaterbetrieb mitbekommen“, erzählt sie. Sie hatte den Kontakt zu Ton- und Lichttechnikern genauso wie zu den Schauspielern und bekam einen kompletten Überblick über die Entstehung von Stücken. Sie arbeitete mit Regisseuren wie Intendant Anselm Weber, Jan Neumann und besonders gerne mit Sebastian Nübling und Paul Koek. „Das war wahnsinnig viel Arbeit, aber toll“, erzählt sie von 14-Stunden-Tagen.

14-Stunden-Tage „viel Arbeit, aber toll“

Irgendwann komme dann einfach der Moment, in dem Assistenz nicht mehr reicht – und so fragte Monika Gies nach einer Abschlussinszenierung. Ein nicht unüblicher Weg im Theater, wie sie selbst sagt. In Bochum bemühe man sich ohnehin, dem Nachwuchs eine Chance zu geben. Daraus wurde „Kurze Interviews mit fiesen Männern“. Einige „kleinere Sachen“ hatte sie ja schon vorher gemacht. Nun hofft sie, dass Intendanten auf ihre Arbeit aufmerksam werden und sie weitere Chancen als Regisseurin erhält. Bis es soweit ist, bleibt sie auf jedem Fall dem Theater treu: Im Bochumer Schauspielhaus arbeitet sie ab Sommer als persönliche Referentin.

Bettina Görlitzer

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare