Gebetsabend für die Vielfalt in der Stadt

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Der überkonfessionelle Gebetsabend lockte erneut mehrere hundert Christen der Stadt ins Bürgerforum.

LÜDENSCHEID - Mehrere Hundert Menschen haben am Mittwoch für ein aufgeschlossenes, tolerantes und friedvolles Miteinander der Bürger Lüdenscheids gebetet – die aktuell immerhin aus 110 Nationen stammen.

Der überkonfessionelle Gebetsabend im Bürgerforum des Rathauses im Rahmen der Allianzgebetswoche ist inzwischen zu einer festen Einrichtung in Lüdenscheid geworden.

„So nah und doch so fremd – Kulturvielfalt in Lüdenscheid“ war das besondere Anliegen für die Stadt im Jahr 2014. Mitglieder der Jugendallianz hatten für diesen Abend Interviews mit ausländischen Mitbürgern geführt und sie dazu befragt, wie sie sich in Lüdenscheid aufgehoben fühlen und was sie erwarten. Diese wurden als Videobotschaften eingespielt und überraschten durch vorwiegend positive Eindrücke.

Andreas Stawinski, Pastor der Friedenskirche, und Monika Deitenbeck-Goseberg, Pfarrerin in Oberrahmede, führten als bewährtes Team durch den Abend. Ihre Interviewpartner waren neben Bürgermeister Dieter Dzewas Michael Wirth, Leiter der Flüchtlingsberatungsstelle des Diakonischen Werks im Kirchenkreis Lüdenscheid-Plettenberg, und Christian Miss vom Café International.

Dzewas forderte grundsätzliches Umdenken in Bezug auf Zuwanderung: In einem schrumpfenden Land „müssen wir die Menschen so aufnehmen, dass sie bereit sind, Wurzeln zu schlagen.“ Außerdem plädierte er dafür, dass Menschen Verantwortung für sich selbst, für ihre Familie und für Unternehmen übernehmen sollten.

Wirth berichtete über seine Erfahrungen mit Flüchtlingen, während seiner Arbeit, aber auch bei seinem Reisen nach Jordanien zu Menschen aus Syrien. Miss lud alle Anwesenden ein, sich selbst ein Bild von den Begegnungen im Café International, zu dem viele Asylbewerber kommen, zu machen.

Die Einleitung hatte – auch das hat Tradition – der katholische Pfarrer Johannes Broxtermann geliefert. Er gab seine sehr persönliche Definition des Begriffs „Ausländer“, geprägt von seinem Adoptivsohn aus Afrika und vier jungen Türken, die nach einem Autounfall seine Samariter waren.

Monika Deitenbeck-Goseberg erinnerte an die Gebetsanliegen des vergangenen Jahres, als es um Gewalt und Extremismus ging – sie alle seien in Erfüllung gegangen. - Von Bettina Görlitzer

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