Neujahrsempfang in Lüdenscheid wird barrierefrei

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Petra Noack und Ulrich Schwarten erläutern die Möglichkeit, den städtischen Neujahrsempfang auch für die große Gruppe von Menschen mit Hörbehinderung zugänglich zu machen.

Lüdenscheid - Mit Unterstützung eines Gebärdendolmetschers und Funkübertragung soll der Neujahrsempfang der Stadt Lüdenscheid am Sonntag barrierefreier werden. Gehörlose und Menschen mit einer Hörbehinderung werden erstmalig Gelegenheit haben, Redebeiträge zu verfolgen.

Von Florian Hesse

Die Anregung des Bürgermeisters, einen Gebärdendolmetscher hinzuzuziehen, habe man aufgegriffen und werde zudem rathauseigene Technik zur Unterstützung Schwer- beziehungsweise Resthöriger bereit stellen, so Petra Noack, Leiterin des Bürgermeisteramts. Die Übersetzung in die Gebärdensprache übernimmt Karl-Heinz Heßling aus Hemer.

Beim Empfang, der im Bürgerforum am Sonntag um 11 Uhr beginnt, werden insgesamt sieben Funkempfänger zur Verfügung stehen und an der Info-Theke gegen Hinterlegung eines Pfandes verliehen. Über einen Kopfhörer wird es damit möglich, die Beiträge, die über die Lautsprecheranlage übertragen werden, per Kopfhörer verfolgen.

Wer ohnehin ein Hörgerät mit einer so genannten T-Spule trägt, benötige diesen Empfänger nicht, weil sich diese Geräte auf das Lautsprechersignal umschalten ließen, wie Ulrich Schwarten, zuständig bei der Stadt Lüdenscheid für Schwerbehindertenangelegenheiten, erläutert. Damit wird das große Problem Schwerhöriger beseitigt, dass unwichtige Nebengeräusche wichtige Inhalte übertönen.

Die Technologie steht mehr oder weniger seit der Grundsanierung des Rathauses zur Verfügung. Zu unterscheiden ist dabei zwischen der stationären Technik, die bereits im Ratssaal fest verbaut ist, und der Erweiterung des Lautsprechersystems für externe Veranstaltungen.

Der Ansatz ist in beiden Systemen identisch. Über Induktionsschleifen wird der Ton der Lautsprecheranlage per Funksignal an den Empfänger übertragen und dort entsprechend in hörbaren Ton umgewandelt.

Eine Garantie, dass alles so perfekt funktioniert wie erhofft, will Petra Noack noch nicht übernehmen. Letzte Sicherheit soll ein Testlauf am Freitag bringen, wenn die Tonanlage für den Empfang schon einmal testweise aufgebaut wird. „Wenn es nicht funktioniert, wissen wir, wie wir nachrüsten müssen“, erläutert sie den nächsten Schritt zum barrierefreieren Rathaus.

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