Gasunfall verläuft glimpflich

Ein Gasunfall ereignete sich heute Mittag bei der Firma Steinebach-Chemikalien an der Lösenbacher Landstraße.

LÜDENSCHEID ▪ Sowohl auf dem Dach als auch darüber auf einer Drehleiter tauchen Einsatzkräfte der Feuerwehr das Gebäude der Firma Steinebach Chemikalien an der Lösenbacher Landstraße in einen dichten Wassernebel. Es brennt zwar nicht, aber der verstopfte Filter einer Gaswaschanlage hat Gas freigesetzt. Die Mitarbeiter stehen vor dem Gebäude und werden ärztlich versorgt, aber keiner klagt über großartige Beschwerden. Zwar werden neun Mitarbeiter zu vorsorglichen Untersuchungen ins Klinikum gebracht, können aber doch gleich danach wieder entlassen werden.

Geschäftsführer Klaus Emmich atmet auf: „Alle sind wieder am Start.“ Wie genau es zu der Verstopfung kam, kann er sich auch nicht erklären. Es muss noch von einem Sachverständigen untersucht werden. „Das Problem hatten wir in all den Jahren jedenfalls noch nie.“ Der Gasgeruch habe sich ausgebreitet, weil der Abluftwäscher durch die Verstopfung nicht funktioniert habe. Die Lösenbacher Landstraße ist ab der Einmündung Mozartstraße bereits gesperrt. Polizisten leiten den Verkehr um. Vor Ort koordiniert Feuerwehrchef Martin Walter die 73 Einsatzkräfte verschiedener Löschzüge, die unter Atemschutz ihre Arbeit verrichten. Währenddessen kümmern sich der leitende Notarzt und Rettungssanitäter um die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die aber glücklicherweise nicht zu Schaden gekommen sind. Das Gas sei zwar ungefiltert sowohl nach außen als auch in die Betriebsräume gelangt, aber: „Eine Gefahr für Menschen oder Umwelt bestand zu keinem Zeitpunkt“, erklärt Kreispolizeipressesprecher Dietmar Boronowski am Nachmittag. Dennoch sind auch Mitarbeiter der Unteren Landschaftsbehörde, des Umweltamt der Bezirksregierung und der Stadtwerke vor Ort. Der schwere WEKA-Unfall in Iserlohn-Sümmern vor einem Jahr, bei dem ein Mann getötet worden war, hat offensichtlich für eine erhöhte Sensibilität bei Einsätzen in Chemie verarbeitenden Unternehmen gesorgt.

Nach gut zweieinhalb Stunden wird die Sperrung der Lösenbacher Landstraße wieder aufgehoben. Feuerwehr, Polizei und DRK rücken ab. Der Sachschaden ist äußerst gering, sagt Firmenchef Klaus Emmich – „gegen Null“. Der Gasunfall ist glimpflich verlaufen – für alle Beteiligten.

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