Verwirrung um Traditionsgaststätte 

Dahlmann-Wirtin soll Kündigung bekommen haben

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Unsicherheit herrscht bei Dahlmann-Wirtin Christiana „Nanni“ Lange und ihrem Lebensgefährten Jürgen Wigginghaus. Sie sollen, so möchte es der neue Eigentümer, zum 30. Juni aufhören.

Lüdenscheid – Es gab zuletzt viele Gründe zum Feiern in der Gaststätte Dahlmann in Lüdenscheid an der Grabenstraße, jetzt ist offensichtlich die Zeit für Ernüchterung: Wirtin Christiana „Nanni“ Lange soll vom neuen Eigentümer Jürgen Rolf die Kündigung bekommen haben. Doch solch ein Schreiben sei bei ihr nicht eingegangen, sagt sie selbst. Ein neues Pächterpaar soll es auch bereits geben.

  • Dahlmann-Wirtin "Nanni" Lange hat nach Angaben ihres Vermieters die Kündigung erhalten.
  • Die Wirtin und ihr Lebensgefährte wollen von der Kündigung nur durch Dritte erfahren haben.
  • Die Angelegenheit ist ein Paukenschlag nach 40 Jahren hinter dem Dahlmann-Tresen.

„Frau Lange hat die Kündigung erhalten“, sagt der neue Eigentümer der Gaststätte Dahlmann an der Grabenstraße, der Lüdenscheider Bauunternehmer Jürgen Rolf, auf Nachfrage. „Am 30.6. ist sie draußen.“ Er müsse planen können, betont Jürgen Rolf, und das sei nicht möglich gewesen, weil sich die Dahlmann-Wirtin nicht klar geäußert habe, wie lange sie denn nun noch weitermachen wolle. Also habe er am 23. Dezember die Kündigung in den Briefkasten werfen lassen. Der Vertrag mit einem neuen Pächterpaar sei bereits unterschrieben: „Der Standort, der bleibt.“ 

Pachtvertrag gekündigt? "Wissen nur von Außenstehenden davon"

„Wir wissen nur von Außenstehenden, dass er uns gekündigt haben soll“, beteuert hingegen Christiana „Nanni“ Lange. „Er behauptet, wir hätten die Kündigung bekommen“, sagt ihr Lebensgefährte Jürgen Wigginghaus. Man habe aber nichts bekommen: „Wir wissen auch nicht, was er uns geschrieben haben will. Er soll unswenigstens eine Kopie schicken.“ 

Ausgerechnet am Tag ihres Wirtinnen-Jubiläums Anfang Januar sei sie darauf angesprochen worden, erzählt „Nanni“ Lange – von einem Vertreter der Warsteiner-Brauerei. Ein Paukenschlag nach 40 Jahren hinterm Dahlmann-Tresen. 

Dahlmann-Verkauf war eine Strategiefrage

Die Brauerei hatte sich von der Traditionsgaststätte mit denkmalgeschütztem Saal im Oktober 2019 getrennt – eine Strategiefrage, hatte es damals geheißen. Um Bier zu verkaufen, müsse eine Brauerei heutzutage nicht mehr unbedingt eine Immobilie besitzen. Zu der Zeit hieß es noch, man hoffe auf ein gutes Miteinander mit dem neuen Eigentümer, der schließlich auch kein Unbekannter ist, sondern in gewissem Sinne Nachbar: Rolf-Häuser grenzen an Dahlmann. 

Wie also geht es nun weiter? Zunächst einmal wie gehabt, betont Jürgen Wigginghaus. „Zum jetzigen Zeitpunkt sind wir erst einmal hier.“ Ob man es im Zweifel theoretisch auf eine Räumungsklage ankommen lassen und Zeit gewinnen könnte – er weiß es nicht.

Dahlmann-Wirte wollen sich noch nicht zur Ruhe setzen

Dass beide nicht mehr langfristig planen wollten, daraus habe man kein Hehl gemacht. „Wir haben immer einen Jahresdeal gemacht“, wenn es mit der Warsteiner Brauerei um die Vertragsverlängerung gegangen sei: „Man kann sich nicht mit gutem Gefühl für fünf Jahre verpflichten, wenn man 67 ist.“ 

Noch können, noch möchten sich beide nicht zur Ruhe setzen. „Ich bin voll in meinem Event-Thema drin“, sagt Wigginghaus mit Blick auf geplante Veranstaltungen im Saal. Aber mit der Planung ist das jetzt so eine Sache, die Verunsicherung greifbar. Privatfeiern und Konzerte, Zusagen und Buchungen – das sei nun eine Gratwanderung, sagen die beiden. Lange: „Das kostet unheimlich Kraft. Und ich brauche meinen Kopf zum Arbeiten.“

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