Mehr Freiluftflächen, weniger Gebühren

Gastronomie in Not: Stadt will schnell helfen

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Wenn Gastronomen es wünschen, will die Stadt schnell über eine Erweiterung der Außensitzflächen entscheiden. Das Café Extrablatt könnte sich theoretisch an Nicht-Markttagen bis zum Platanenhain ausdehnen.

Lüdenscheid - Es ist der Moment der Gesten, der Signale, des Möglichmachens: Gerade für die Gastronomie, da sind sich Vertreter aller Parteien einig, müssen schnelle und unkomplizierte Wege geschaffen werden, um mehr Gäste bedienen zu können.

Die Jahreszeit und die Umstände rücken dabei eines in den Mittelpunkt: Freiluftplätze.

Die Flächen dafür, so lautete ein Ergebnis der interfraktionellen Sitzung zur Bewältigung der Corona-Folgen in der Stadt, sollen erweitert, Sondernutzungsgebühren gesenkt werden.

André Westermann vom Lüdenscheider Stadtmarketing gab ein Stimmungsbild aus Gesprächen mit rund 50 Gastronomen wieder. „Quer durch die Stadt“ habe man sich die Sorgen schildern lassen: „Alle haben eine ähnliche Not. Die brauchen wirklich die Außentische, denen fehlt der Umsatz in den Innenräumen.“ 

Im offenen Gespräch über die Fraktionen hinweg fielen bislang unverrückbar geglaubte Hürden. Ob man denn nicht auf dem Graf-Engelbert-Platz auch die Feuerwehr-Aufstellflächen für Tische nutzen könne, fragte beispielsweise Oliver Fröhling (CDU). „Wir sprechen hier nicht von festen Aufbauten. Kann man so etwas nicht unter Auflagen genehmigen?“ Das heißt, Tischreihen weit in Richtung Bücherei zu ziehen und sie abends wieder wegzuräumen. „Da muss man mit dem Feuerschutzdezernenten reden“, antwortete Bürgermeister Dieter Dzewas.

Ähnlich könne man auch beim Café Extrablatt verfahren, hieß es. „Das Extrablatt könnte sich im Prinzip bis zum Platanenhain ausdehnen“, schlug Dieter Rotter (Fachdienstleiter Bauservice) vor. Aber auch hier müsse die Auflage gelten, dass für die Markttage alles weggeräumt werde.

Oder die Eisdiele am Bräucken: Auch die wünsche sich mehr Platz. Hier müsste man einen Kompromiss zwischen Parken und Gastronomie suchen.

Wege Suchen, finden, genehmigen: Letztlich rennen Antragsteller offene Türen ein, lautete Dieter Rotters Botschaft.

Diese Bereitwilligkeit freute Sebastian Wagemeyer (SPD), der sich ausdrücklich für das Stimmungsbild aus 50 Betrieben und die Signale aus der Verwaltung bedankte und betonte: „Der pragmatische Weg muss ja der Weg sein.“

Auf diesem Weg könnte auch eine sogenannte Stern-Konferenz liegen, die Michael Thomas-Lienkämper (Linke) anregte. Das stieß bei Martin Bärwolf (Fachbereichsleiter Planen und Bauen) auf große Gegenliebe: „Wünsche sammeln, ins Plänchen eintragen und alle dazu holen – kein Problem!“ Dann könnten alle Beteiligten alles kurz besprechen und das, was möglich sei, sofort auf den Weg bringen.

Westermann zeigte sich zufrieden: „Es wäre schön, wenn es schnell ginge.“

Womit man beim Thema Sondernutzungsgebühren war. Die sollen sinken – ein weiteres Signal, bei dem Einigkeit herrschte. Am besten gleich um 70 Prozent, schlug Oliver Fröhling „als mutige Geste“ vor: „Den Gastronomen tut jeder Euro gut, der gespart werden kann.“

Und der Stadt tue der Verlust nicht wirklich weh: Man rede hier über Gesamteinnahmen von circa 30 000 Euro. Jens Holzrichter (FDP) ging einen Schritt weiter und schlug vor, die Ermäßigung bis Ende 2021 fortzuschreiben. 

Angesichts der gebotenen Gleichbehandlung sei allerdings der Gesamtverlust für die Stadt höher, weil auch Weihnachtsmärkte und andere Veranstalter – etwa aktuell die Schausteller auf dem Sternplatz – von der Senkung profitierten, ergänzte Dieter Rotter. Doch auch das gefährde das HSK erst einmal nicht, sagte Fabian Ferber (SPD). Nun ist es am Rat, die neuen Wege zu erschließen.

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