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Gäste verunsichert, aber doch mit „Bock“ aufs Feiern

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Von: Susanne Kornau

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Kommen die Gäste, oder kommen sie nicht: Stornierungen und Rückfragen gehören zum Alltag in der Gastronomie.
Kommen die Gäste, oder kommen sie nicht: Stornierungen und Rückfragen gehören zum Alltag in der Gastronomie. © Marie Veelen

Traditionell hilft der Gastronomie ein gutes Weihnachtsfeier-Geschäft über den ebenso traditionell schwierigen Januar. Doch nichts ist so wie vor Corona. Bei aller Freude darüber, dass überhaupt gefeiert werden darf, sind die Erfahrungen und Reaktionen der Profi-Gastgeber unterschiedlich, wie eine nicht repräsentative Umfrage zeigt.

Lüdenscheid - „Es hätte ruhig ein bisschen mehr sein können“, findet Filippos Parlakoglou, der drei unterschiedliche Restaurants in seiner Regie hat: Golfclub Gelstern, Kornkammer, Bierprojekt am Rathausplatz. „Es sind Anfragen da, aber nicht wie vorher.“ Besonders die Gruppe der Ü-50-Jährigen sei nach seiner Erfahrung vorsichtiger, sogar bei Ü-40 sei das spürbar.

Markus Kaufmann (Restaurant Heerwiese) muss zwar viele Rückfragen beantworten, aber: „Wir sind ausgebucht.“ Die Stimmung sei also bislang gut: „Jetzt muss man gucken, wo die Reise hingeht.“ Er spürt Zurückhaltung bei den großen Firmenfeiern. Aber die kleinen Bürogemeinschaften träfen sich nicht nur zum Arbeiten, auch zum Feiern.

„Der Dezember wird ganz schön busy“, sagt auch Marcel Franz, Sprecher des Familienbetriebes „Lazarus“ im Hotel Haus Hollweg. Es gebe viele Anfragen, einiges sei geplant: „Die Leute haben alle Bock.“ Vereine, Firmen, auch eine geschlossene Veranstaltung mit 75 Personen stehen im Reservierungsbuch.

Servicekräfte Mangelware

Bei Ralf Berg (Wirtshaus Budde) sind es kleinere Feiern bis maximal 25 Personen. „Es funktioniert schon“, sagt er: „Wir haben genug zu tun.“ Wermutstropfen: „Man findet überhaupt keine Servicekräfte.“

Dominic Bucci (Castello in der Schützenhalle) spürt Zurückhaltung bei den Reservierungen und schiebt das auf steigende Inzidenzen: „Ich bin sehr, sehr pessimistisch im Moment.“ Im Vergleich zur Auslastung noch vor zwei, drei Wochen sei der Rückgang spürbar, es gebe so gut wie gar keine Weihnachtsfeier. Viele ältere Gäste seien vorsichtig, obwohl sein Betrieb alle Schutzmaßnahmen beibehalten habe. Er fürchtet, dass sich das Zögern ins nächste Jahr schleppt und ist dankbar, dass die Überbrückungshilfen weitergehen.

Auch Jürgen Wigginghaus (Nanni’s Kirchhahn) spürt die „generelle Zurückhaltung“: „Gebuchtes wird storniert.“ Aber er kann verstehen, dass gerade Firmen kein zusätzliches Risiko eingehen wollten. Deshalb hat er sich eine Alternative überlegt – und bietet im Dezember freitags Feiern unterm Heizstrahler im Biergartenzelt an, mit Glühweinbude, Grill und „ein bisschen Musik“.

Wie auch immer die Konzepte aussehen – die Gesamtsituation lässt nun Gastronomen zögern: „Silvester werden wir Betriebsferien haben“, sagt Filippos Parlakoglou. Und das sagt er auch mit Rücksicht auf die Servicekräfte, die einfach mal mit ihren Familien feiern sollen, wie er findet: „Und ab Januar geht’s dann wieder los.“

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