Runder Tisch: Gastronomie und Gestaltung

Werbefachmann Matthias Czech versprach visuelle Hilfe.

Lüdenscheid - Der „Runde Tisch Gastronomie Innenstadt“ könnte ein Stammtisch werden. Bei der Suche nach einem Instrument, das Kritik, Anregungen und Erfahrungen der Gastronomen und Einzelhändler bündelt, ließ Martin Bärwolf, Fachbereichsleiter Planen und Bauen, nach gut anderthalb Stunden das Stichwort vom „Stammtisch ‘Gaststätte’“ fallen. Davon erhofft er sich Vorarbeit, denn: „Es ist unheimlich schwer, aus dieser Vielfalt von Anregungen was ‘rauszufiltern.“

Marketing-Mann Willi Denecke war begeistert: „Ich würde mich sofort bereit erklären, der Stammtischführer für die Altstadt zu sein.“ Damit liegt die Aufgabe, „sich zu organisieren“, jetzt bei Gastronomen und Händlern. Ziel solle sein, so Bärwolf, „gemeinsam etwas zu erreichen“. Wie schnell das geht, blieb offen.

Zunächst wurden im fast voll besetzten Ratssaal Stimmungen gesammelt. Da gab es die Zufriedenen, die es mit Konditormeister Norman Weßling halten: „Ich bin für Regelungen“, betonte der. Diskutieren könne man Fragen wie die, ob auch Eigenwerbung auf Schirmen untersagt sein solle. Die sei sicher wertiger. Und: „Ich bin als Unternehmer dafür verantwortlich, dass mein Laden läuft.“

Beifall gab es auch für Kritiker, die Erfahrungen schilderten wie Nihad Kumalic (Eiscafé Cortina). „Die Satzung soll nicht abgeschafft werden, aber so zugeschnitten, dass es passt.“ Dazu gehöre, Abgrenzungen durch Blumenkübel zuzulassen. Oder: Seine gefordert cremefarbene Markise sei drei Wochen alt, sehe aber aus, als seien es sechs Monate.

Problemfall P & C: Entscheidung zur Jahresmitte

Eigentümer Klaus Dickhagen sagte, es werde immer schwieriger, gute Mieter zu finden. Ein Nachmieter für Schlatholt sei nicht in Sicht. Diese Negativentwicklung liege auch daran, dass der SinnLeffers-Altbau brach liege. „Sie haben recht“, räumte Martin Bärwolf ein, „das ist unbefriedigend.“ Die neueste Auskunft von P & C sei nun, dass bis Mitte des Jahres eine definitive Entscheidung falle.

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Investoren-Sicht vertrat Cüneyt Ünükür. Der hat als Gastromanager im Dortmunder U fünf unterschiedliche Konzepte umgesetzt. Er würde gerne in Lüdenscheid investieren, zeigte sich aber „etwas erschrocken“ angesichts der Diskussion um Kreativität, Verbote und unerwünschte Individualität. Er vermutete: „Bei der nächsten Sitzung tragen wir alle blaue Hemden mit weißen Streifen.“

Für Kunden und die Politik sprach unter anderem Peter Biernadzki, der sich seit langem „Blumen für die Granitwüste“ wünscht. Aber schon damals habe es geheißen: „Das passt nicht ins Konzept.“ Das Konzept sehe vor allem eine Farbe vor, kritisierte Architekt Rüdiger Wilde die „Ver-Ockerung“. Er vermisst lebendige Farbakzente, Schirme, die von weitem zeigen, was es zu trinken gibt. Er forderte mit Nachdruck Windschutz, wo erforderlich. Und: „Der Lüdenscheider ist nicht so schick. Wir sind eine Würstchen-Gesellschaft.“ - sum

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