Gastronomie im Allen-Haus: Probleme beim Umbau

Vermietet ist die Gastronomiefläche im Allen-Haus seit Monaten, aber der Um- und Ausbau zieht sich hin.

LÜDENSCHEID ▪ Die Baugenehmigung stammt laut Aushang an der Schaufensterscheibe vom 9. März, aber seitdem hat sich nichts verändert: In das leer stehende Ladenlokal im Allen-Haus, neben dem Eingang zum Gänsegärtchen, soll eine orientalische Gastronomie kommen mit zusätzlichen Sitzplätzen im Rathausinnenhof. Das Lokal ist auch vermietet, doch der Ausbau verzögert sich. Denn, so weiß Immobilienmakler Roland Rothmann, der Investor habe ganz spezielle Gestaltungsvorstellungen, aber Lieferprobleme bezüglich des Materials.

Wenn es nach Klaus-Martin Pandikow geht, dem ehrenamtlichen Behindertenbeauftragten der Stadt, hätte eine Gastronomie an dieser Stelle noch ein ganz anderes Problem – „weil es dort keine barrierefreie Toilette gibt“, bringt er seine Bedenken auf einen Punkt. Bedingt durch die kleine Fläche des Gastraums sei der nachträgliche Einbau einer behindertengerechten Toilette schwierig, weil dadurch Plätze wegfielen. „Zwei Tische, vier Gäste“, schätzt er. Dass die Fläche überhaupt so genehmigt wurde, wundert ihn. Längst seien die Vorgaben und Verpflichtungen zum barrierefreien Bauen Bestandteil des Studiums; ältere Planer hätten zudem die Pflicht zur einschlägigen Weiterbildung, sagt Pandikow. Man könne sich also nicht damit herausreden, nicht gewusst zu haben, wie heute zu planen sei. Der engagierte Behindertenbeauftragte hat nicht übel Lust, „das an diesem Beispiel mal durchzufechten“ und zu fragen: „Wo ist zu Anfang ein Bock geschossen worden?“

„Das Ding steht und ist genehmigt“, sagt Martina Edelhoff, Leiterin des Amtes für Bauservice und Bauordnung. Bei einer genehmigten, bestandsgeschützten Einheit habe sie zurzeit gar keine Möglichkeit zum Eingreifen. „Gegen eine Baugenehmigung kann man klagen, allerdings muss die Klage begründet sein.“

Das Thema Barrierefreiheit sei im Amt „ganz sicher“ schon in Fleisch und Blut übergegangen, betont sie auch: „Diese Nutzungseinheit wird ein bisschen als Präzedenzfall herangezogen. Dabei gibt es genug, wo alles barrierefrei ist.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare