Erste Anfragen liegen bereits vor

Gastronomen wollen endlich loslegen - und stellen schon die Stühle raus

Biergarten Renic Piepersloh
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Mit vereinten Kräften baute das Team von Mate Renic am Samstag den Biergarten des Steakhauses Piepersloh auf. „Wir wollen, dass es weitergeht“, hoffen alle auf Öffnung der Außengastronomie.

Die Gastronomie-Betriebe dürfen öffnen - aber nur im Außenbereich. Die Reaktionen auf diesen Beschluss fallen unterschiedlich aus.

Lüdenscheid – Das Land Nordrhein-Westfalen stellt nach der neuen Corona-Schutzverordnung ab 22. März Restaurantbesuche im Freien in Aussicht. Bleibt es dabei, dass der Märkische Kreis keinen Sonderweg geht und seinen Lockerungsschritten die niedrigere Landesinzidenz zugrunde legt, darf die Außengastronomie dann wieder öffnen. Allerdings sind eine vorherige Terminbuchung und ein tagesaktueller Schnell- oder Selbsttest dafür nötig. Wir haben nachgefragt, was die heimischen Gastronomen von dieser Öffnungsperspektive halten:

„Sehr problematisch“ sieht Jürgen Wigginghaus (Nanni’s Kirchhahn) die mit der Öffnung verbundenen Testvorschriften. „Das gibt ein Riesentheater“, befürchtet er. Grundsätzlich sei Nanni’s Kirchhahn bereit, die Außengastronomie zu öffnen, sobald dies erlaubt sei. Mit der Testpflicht sei es allerdings fraglich, ob die Leute kommen. Andererseits müsse etwas passieren. Vieles hänge auch vom Wetter ab. Zwei Zelte – ein kleines für zwei Tische und ein großes für sechs Tische – sind vorhanden. „Es wäre auch möglich, Heizpilze aufzubauen.“ Das Drive-In-Angebot soll vorerst weiterlaufen. Bei schönem Wetter gibt’s schon jetzt sonntags von 12 bis 18 Uhr Snacks & Coffee to go bei Nanni an der Fuelbecker Straße.

Mit großem Abstand ein Gefühl von Sicherheit vermitteln

Mit Sicherheit dabei ist das Steakhaus am Piepersloh. „Wir bauen die Terrasse auf. Wir gehen auf Nummer sicher“, erläutert Mate Renic. „Wir wollen, dass es weitergeht.“ Auf 150 Quadratmetern werden 30 Tische für jeweils zwei Personen aufgebaut. „Maximal 60 Personen.“ Bewusst große Abstände sollen den Gästen ein Gefühl der Sicherheit vermitteln. „Die Gäste sollen sich wohlfühlen.“ Gedanken machen sich Mate Renic und sein Team um das Testen. „Wir würden auch vor Ort testen“, meint er. Allerdings wolle er niemandem auf die Füße treten. Fraglich sei auch, was passiere, wenn der Test falsch gemacht werde.

Den Liefer- und Bestellservice werde das Steakhaus bis auf Weiteres beibehalten. „Wir wollen das wetterabhängig machen.“ Bei schönem Wetter, wenn auf der Terrasse viel los sei, werde der Bestellservice entsprechend eingeschränkt. Anfragen für den Außenbereich seien bereits eingegangen – besonders von Radfahrern oder Wanderern. „Anmeldungen sind schon da.“ Heizpilze sind vorhanden.

„Auf jeden Fall“ möchte die Familie Bucci vom Ristorante Castello an der Reckenstraße die Außengastronomie öffnen, sobald dies möglich ist. „Der Außenbereich wird allerdings nicht mehr so groß“, sagt Vanessa Bucci. „Durch das Impfzentrum fallen einige Plätze weg.“ Was wann wo und wie gemacht werden darf, möchten Dominic und Vanessa Bucci allerdings noch abwarten. Am 22. März solle ja noch einmal über die Gastronomie beraten werden.

Testpflicht wird als Problem gesehen

Als problematisch sieht die Lüdenscheiderin die Testpflicht („Viele haben keine Lust dazu“) und die Terminvergabe. „Das Wetter spielt da ja auch eine Rolle.“ Heizpilze wird sich das Restaurant nicht extra anschaffen. „Die sind zwar jetzt erlaubt, aber wer weiß, wie lange.“ Bestellungen sind weiterhin möglich.

Anderswo gehen die Meinungen auseinander. Während Burim Hajzeri vom Wirtshaus „Zum Schwejk“ in der Altstadt, der 80 bis 85 Außenplätze aufbieten kann, Zustimmung signalisiert („Wir warten sehnsüchtig darauf, dass wir wieder anfangen können“), wiegelt Theofanis Chalos vom Restaurant Poseidon an der Werdohler Straße ab. „Sinn macht das nicht. Keiner möchte in der Kälte draußen sitzen. Und warm wird es im März noch nicht.“

Angesichts der Kälte machen sich auch Sonia Scopel und Lazarus Palestidis von der Pizzeria La Gondola an der Buckesfelder Straße über Heizmöglichkeiten Gedanken. „Es wird noch kalt sein“, meinen sie. Großteils überdacht, bietet ihre Terrasse zumindest vor Regen Schutz. Noch unentschlossen ist Giovanni Gusmano vom La Torre. „Wenn die Wetterprognose gut ist, dann mach ich das.“ Wenn nicht, habe es keinen Zweck. Nötig sei auf jeden Fall ein Zelt.

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