Gastronomen „vorsichtig optimistisch“

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Die Gastronomen zogen im Rahmen ihres Neujahrsempfangs im Hotel Mercure ein positives Fazit und blicken „vorsichtig optimistisch“ ins neue Jahr. Zu Gast waren auch der scheidende Dehoga-Geschäftsführer Hans-Peter Kusch (4.v.l.) und sein Nachfolger Lars Martin ( (links). ▪

LÜDENSCHEID ▪ „Die Hotellerie in Lüdenscheid scheint das Tal der Tränen langsam zu verlassen.“ Und: „Auch in der Gastronomie geht es langsam bergauf.“ Dieses Fazit zogen heute Vormittag die Mitglieder des Dehoga-Ortsvereins (Deutscher Hotel- und Gaststättenverbandes) im Rahmen ihres Neujahrsempfangs im Hotel Mercure.

In Vertretung für den Vorsitzenden Heinz-Walter Kaufmann wagte seine Stellvertreterin Silke Passmann einen Rückblick sowie einen Ausblick auf das noch junge Jahr. Und in dem werden sich die Gastronomen wohl vor allem mit der geplanten Verschärfung des Nichtraucher-Schutzgesetzes sowie der geplanten Einführung der „Hygiene-Ampel“ beschäftigen müssen.

Laut Passmann seien die Übernachtungszahlen im Vergleich zum Vorjahr um gut sieben Prozent gestiegen, im gesamten Märkischen Kreis hätte das „Plus“ bei fünf Prozent gelegen. „Insoweit kann man sagen, dass wir vorsichtig optimistisch auf das kommende Jahr blicken“, so Passmann. Bezüglich der Gastronomie habe zwar der Sommer den Biergartenbesitzern das Geschäft „gründlich verhagelt“, doch das Weihnachtsgeschäft sei in den meisten Betrieben umso besser gelaufen. Derzeit habe man jedoch das Gefühl, dass die Politik ihr Möglichstes tue, einen Aufschwung im Gastgewerbe zu verhindern. So würde beispielsweise eine ausnahmslos rauchfreie Gastronomie in NRW, wie sie ab dem 1. September geplant ist, eine gravierende Existenz-Bedrohung für rund 4000 kleine Kneipen bedeuten. „Hier wird ohne Not ein Gesetz angestrebt, das Arbeitsplätze vernichtet“, erklärte Passmann, dass es in der Praxis zuletzt kaum Probleme zwischen rauchenden und nicht rauchenden Gästen gegeben habe.

Auch die Einführung der Hygiene-Ampel, wie sie von NRW-Verbraucherschutzminister Johannes Remmel vorgesehen ist, stößt bei den Gastronomen auf Kritik. So könnte es im Hochbetrieb für Kleinigkeiten Punktabzüge geben, die im Extremfall eine gelbe oder rote Ampel zur Folge hätte. Sie müsste für jeden sichtbar an der Eingangstür eines Restaurants angebracht werden. „Dies wird dazu führen, dass viele Betriebe, bei denen die Kontrolle nicht optimal verlaufen ist, werden schließen müssen.“

Dankbar sind die Gastronomen, dass die Lüdenscheider Politiker bislang auf die Einführung einer Bettensteuer verzichtet haben. Silke Passmann: „Insoweit können wir auch nur an sie appellieren, ihre Meinung nicht zu ändern.“ ▪ Kerstin Zacharias

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