Nach langem Leerstand gehen bei Budde die Lichter wieder an

Gastro-Szene: Paar aus Düsseldorf will Gasthaus in der Innenstadt eröffnen

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Ralf Berg und Petra Heller werden die neuen Gastgeber im Wirtshaus Budde. Am 15. Februar wollen sie eröffnen.

Lüdenscheid – Im Gasthaus Budde gehen die Lichter wieder an: Die rund sechsjährige Pächtersuche hat ein Ende. Und wenn ein Koch aus dem Bauch heraus entscheidet, dürfte es passen.

Die Entscheidung, Budde in Lüdenscheid zu übernehmen, haben Rolf Berg und seine Partnerin Petra Heller spontan getroffen. „Am 15. Dezember haben wir die Abschlussparty in Düsseldorf gefeiert, und am 23. hier den Vertrag gemacht“, erzählt der gebürtige Dortmunder.

Dazwischen lag die Erkenntnis, dass es für den Vorruhestand wohl noch zu früh sei sowie ein kurzes Stöbern im Netz – und da stand sie dann, die Lüdenscheider Traditionsgaststätte zwischen Schemper- und Grabenstraße, und wartete darauf, endlich gefunden zu werden. „Ein Zufall. Das sollte so ein.“ Am 15. Februar möchte das Paar zum Abendgeschäft eröffnen.

„Ich war positiv überrascht, als ich das Haus besichtigt habe“, erzählt der Gastronom. Lüdenscheid mache einen guten Eindruck, auch wenn bislang die Zeit fehlte, sich ausgiebig umzusehen. Alles sei schön kompakt, fußläufig zu erledigen. „In Düsseldorf ist man dazu den ganzen Tag unterwegs. Mir gefällt es hier.“

Die ersten Gäste hätten schon vor der Tür gestanden, angelockt durchs Licht und erwartungsfroh, mussten sich aber noch vertrösten lassen. Seit zwei Wochen renovieren die beiden die Gasträume treppauf und treppab.

Frischer Wind und frische Farbe, etwas Kunst an den Wänden, weniger Trödel und Kram in jeder Ecke: „Entstauben und entrümpeln“ lautet sein Credo nicht nur für den Gastraum, sondern auch für die deutsche Küche mit ihren alten und neuen Klassikern, der sich Rolf Berg verschrieben hat. Frische Produkte, Liebe und Sorgfalt, saisonale Abwechslung – damit tritt er an. „Vegetarisches und Veganes wird auch berücksichtigt, klarer Fall.“ Die klassische Kneipenfrikadelle passt nicht so recht ins Programm, vermissen soll sie der Lüdenscheider jedoch nicht. 

In den letzten 10, 15 Jahren habe sich Gastronomie sehr verändert, findet er, der nach der Ausbildung in Dortmund in vielen Küchen gestanden hat. Vor sieben Jahren führte ihn sein Weg dann nach Düsseldorf ins Bürgerhaus Hubbelrath. Doch hier habe die Stadt den Vertrag nicht verlängert: „Die hatten andere Pläne.“

Seit mehr als 15 Jahren an seiner Seite ist Petra Heller. Die gelernte Floristin stammt aus Krefeld und fühlt sich in der Bergstadt ebenfalls schon wohl. „Es ist sehr schön hier, die Leute sind unheimlich nett und freundlich, und ich bin begeistert, dass alles so nah ist.“

Gleichermaßen begeistert von der Entwicklung ist Immobilienmakler Rolf Schmacke, der für die Vormann-Brauerei lange nach passenden Kandidaten gesucht hat. „Der lebt das mit tollen Gerichten“, schwärmt er von dem „Super-Koch“: „Wir sind sehr zuversichtlich, dass das richtig gut wird.“

Auch die Fassade wolle man im Zuge der Neu-Verpachtung herrichten, damit alles einen frischeren Eindruck mache.

Der Fortschritt mit Budde stimmt Schmacke im Hinblick auf eine weitere Herausforderung optimistisch: den Reidemeister, der ebenfalls der Vormann-Brauerei gehört. Diese Kneipe steht seit Juli 2018 leer und wurde nach einem schweren Wasserschaden zum Sanierungsfall. 

Derzeit baue der Schreiner einen neuen Tresen, „so, wie er war“. Das alte, zwischenzeitlich ausgelagerte Mobiliar sei leider nicht zu retten gewesen. Wann man hier an eine Wiedereröffnung denken kann, sei noch unklar. Aber: Zwei Kandidaten für eine Übernahme dieser Traditionskneipe stünden nach wie vor „im Stand-by“: „Die sind so geduldig.“ Vielleicht endet dann auch hier eine lange Durststrecke.

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