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Gaspreis-Sprung im MK: Familien zahlen im Schnitt 230 Euro mehr

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Von: Kerstin Zacharias

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Gaszähler, Rechnung der Stadtwerke Lüdenscheid
Gas-Kunden der Stadtwerke müssen demnächst meist tiefer in die Tasche greifen. © Cedric Nougrigat

Bereits vor vier Wochen hatten die Stadtwerke entsprechende Überlegungen bestätigt, nun ist es amtlich: Zum 1. Januar 2022 erhöht der Energieversorger die Grundversorgungspreise für Gas – und zwar erstmals seit Februar 2020.

Lüdenscheid – Trotz einer langfristigen Gasbeschaffungsstrategie könnten die preiserhöhenden Effekte nicht vollständig kompensiert werden, heißt es in einer Mitteilung der Stadtwerke. So wirkten sich neben den zuletzt gestiegenen Beschaffungskosten auch steigende Kosten nach dem Brennstoffemissionshandelsgesetz (BEHG) – auch „CO2-Steuer“ genannt – auf die Preise aus. „Ab 2022 kostet die Ausgleichszahlung der Emission einer Tonne CO2 30 Euro, 2021 waren es noch 25 Euro.“

Ab dem 1. Januar 2022 ergäben sich somit über die verschiedenen Verbrauchsfälle unterschiedliche Preisentwicklungen für den Gasverbrauch im Tarif „Komfort Gas“. So zahle beispielsweise ein Durchschnittshaushalt mit einem Jahresverbrauch von 20 000 Kilowattstunden im Monat 19,83 Euro (brutto) oder etwa 14,4 Prozent mehr für Gas. Und: Auch für Gewerbekunden erhöhten sich die Gaspreise entsprechend. „Die Stadtwerke Lüdenscheid haben allerdings die Gaspreise so lange stabil halten können, dass die Kunden für einen Teil der Heizperiode noch von den günstigeren Tarifen profitieren“, heißt es in der Mitteilung weiter.

EEG-Umlage sinkt, Netzentgelte steigen

Während die Gas-Kunden also demnächst tiefer in die Tasche greifen müssen, bleiben die Preise für Strom wie schon im vergangenen Jahr bei den Stadtwerken stabil –und das trotz zuletzt deutlich gestiegener Beschaffungskosten. „Damit zahlt sich die langfristige Beschaffungsstrategie der Stadtwerke Lüdenscheid für die Kunden aus.“ Darüber hinaus wirke auch die gesunkene EEG-Umlage preisstabilisierend – sie sank von 6,5 Cent pro Kilowattstunde (ct/kWh) auf 3,723.

Im Gegensatz dazu würden die Netzentgelte im Versorgungsgebiet der Stadtwerke Lüdenscheid mit Wirkung zum 1. Januar 2022 zwar deutlich ansteigen (je nach Verbrauchsfall um mehr als 20 Prozent), doch könne dies durch die Einsparungen bei der EEG-Umlage sowie die Beschaffungsstrategie ausgeglichen werden, erläutert Enervie-Sprecher Andreas Köster auf Nachfrage. Hintergrund des genannten Anstiegs sei eine Netzentgelt-Erhöhung durch den vorgelagerten Übertragungsnetzbetreiber aufgrund einer bundesweiten Vereinheitlichung, heißt es vom Unternehmen weiter. Es weist darauf hin, dass alle betroffenen Kunden in den nächsten Tagen schriftlich über die Preiserhöhung in den Gastarifen informiert würden.

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