Gartensiedlung 2.0:

Entwurf für nachhaltiges Wohnquartier im MK

Der Siegerentwurf für das neue nachhaltige Wohnquartier Am Grünewald stammt von dem Bochumer Büro Banz + Riecks. Nun wird am Detail gefeilt.
+
Der Siegerentwurf für das neue nachhaltige Wohnquartier Am Grünewald stammt von dem Bochumer Büro Banz + Riecks. Nun wird am Detail gefeilt.

Die Straße Am Grünewald wird ihr Gesicht verändern: Nach mehrstündiger Beratung sprach sich das Preisgericht am Montag einstimmig für den Neubau-Entwurf des Bochumer Büros Banz + Riecks aus.

„Wir waren uns einig darin: Dieser Entwurf birgt die Chance für einen Neuauftritt“, so formuliert es die Vorsitzende des Preisgerichts, Professor Gesche Grabenhorst, selbst Architektin und Stadtplanerin. Dotiert ist der Sieg im konkurrierenden Verfahren mit 25 000 Euro.

Nun geht es anhand des Siegerentwurfs in die Detailplanung. Am 1. September wird das ehrgeizige Projekt, das die Lüdenscheider Wohnstätten AG (LüWo) mit Investitionen in zweistelliger Millionenhöhe vorantreibt, ausführlich im Planungsausschuss vorgestellt.

Die vier Büros, die sich am Verfahren beteiligt haben, mussten eine zeitgemäße Antwort auf die zu ersetzende „expressionistische Wohnbebauung mit dazugehörigen Freianlagen“ finden. Die Altbauten aus den 20er-Jahren gelten, auch wegen ihres Zuschnitts, als nicht mehr wirtschaftlich sanierungsfähig.

Hoffen auf „tollen neuen Ort“

Das Quartier mit einer Fläche von fast 8 Hektar öffne sich nun „neuen Lebensformen“, befand die Jury. „Wir hoffen, dass ein toller neuer Ort entsteht“, sagte Prof. Grabenhorst. LüWo-Geschäftsführer Joachim Effertz freute sich sichtlich über den Startschuss für die Maßnahme mit mindestens 65 frei finanzierte Mietwohnungen. Elf geförderte Sozialwohnungen entstehen in den sanierten Altbauwohnungen Nr. 49 bis 53.

Dass die neuen Häuser allerdings genau der ersten Entwurfsplanung entsprechen werden, ist unwahrscheinlich. Nun beginne das Feilen am Detail, betonte Joachim Effertz. Die Entwürfe seien eben nur Entwürfe: „Das ist noch nicht so fertig, dass man es bauen kann.“

Das „zeitgemäße neue Profil“, das die Jury in dem Siegerentwurf erkennt, ist zunächst ein „hölzernes Haus“, zu dessen ökologischem Konzept unter anderem Photovoltaik gehört. Der Wunsch nach Mehrgenerationenwohnen sei „in bester Weise erfüllt“, hieß es. Ein Gemeinschaftsraum mit Dachterrasse ist vorgesehen sowie ein nunmehr „Handlungsraum“ genannter Bereich, der flexibel als Stellplatz genutzt werden kann, zum Grillen oder fürs Hobby. Lichte Wege zwischen den neuen Häusern verbinden die „Gartenstadt“ mit dem alten evangelischen Friedhof. Prof. Grabenhorst: „Es entsteht eine neue Adresse im Gesamtensemble.“

Zur Freude der Jury habe sich nach der anonymen Bewertung herausgestellt, dass das Siegerbüro „stark in Nachhaltigkeit“ sei, sagte Jurymitglied Martin Bärwolf. Das ist für die Stadt angesichts ihrer Klimaschutzziele ein erfreulicher Aspekt.

Die Jury

In der Jury waren für die Lüdenscheider Wohnstätten AG: Rolf Breucker, Vorsitzender des Aufsichtsrates; Joachim Effertz, Vorstand, Dipl.-Ing. Architekt AKNW Sutjahjono Hartani; für die Stadt Lüdenscheid: Martin Bärwolf (Fachbereichsleiter Planen und Bauen), Robert Wild (Fachdienstleiter Stadtplanung und Geoinformation), Marcus Müller (Beauftragter für Klimaschutz/ Nachhaltigkeit); außerdem Prof. Gesche Grabenhorst, Hannover, Architektin und Stadtplanerin, und Prof. Christoph Schonhoff, Hannover, Landschaftsarchitekt und Stadtplaner.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare