Ein ganz besonderer Stoff

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Messebetrieb in Zelten: Eng war’s mitunter, aber nach vorherrschender Meinung auch ein großer Erfolg. - Fotos: Kornau

Lüdenscheid - Mit dem 1. großen Branchentreff feierte das Kunststoff-Institut Lüdenscheid gestern seinen 25. Geburtstag. Die Resonanz „hat uns etwas überrollt“, sagte Stefan Schmidt, der zusammen mit Thomas Eulenstein das Geschäftsführerduo bildet. Grund genug, um über einen Drei-Jahres-Rhythmus nachzudenken.

Mit bis zu 600 Besuchern hatte man gerechnet, mehr als 1000 waren gekommen – aus Hamburg, München, Dresden oder Kleve, und natürlich aus der Bergstadt und Umgebung. Dass alles trotzdem reibungslos klappte, zeigt, dass die Lüdenscheider auch das Know-how haben, Großveranstaltungen mit Hausmesse, einem Dutzend Fachvorträgen und Jubiläumsprogramm souverän zu stemmen.

72 Aussteller, acht mit aktueller Technik aufgerüstete Spritzgießmaschinen sowie 28 Vorführungen dessen, was heute möglich ist, bildeten an der Karolinenstraße das breite Spektrum von Kunststoffen und ihrer Verarbeitung ab. Der Treff bot Ausstellern wie Besuchern Gelegenheit zu Gesprächen, zum Sammeln, durchaus auch zum Staunen.

Und sei es, direkt am Eingang, über die Visitenkartenbox mit eingelasertem Namen des Angemeldeten, digital bedruckt, zu 60 Prozent aus biobasiertem Material gemacht. Glatt und ansehnlich sei’s geworden, freute sich Schmidt beim Rundgang: „Das war früher nicht der Fall.“ Früher – das heißt, bevor eine Einrichtung wie das KIMW mit seinen mittlerweile rund 200 finanzierenden Firmen in der Trägergesellschaft Kleinen wie Großen bei Forschung, Entwicklung und Perfektion ihrer Produkte half.

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25 Jahre Kunststoffinstitut

„Wenn wir das Kunststoff-Institut nicht hätten, wären wir nicht so schnell“, sagt daher Matthias Overberg von der Vier-Mann-Firma Sunflower Plastic Compound aus dem Raum Oldenburg. Der Pionier nutzt ein Abfallprodukt – Schalen von Sonnenblumenkernen –, um daraus unter Zugabe von Kunststoffgranulat stabile, lebensmittelechte Transportkisten zu machen. Brach der Boden anfangs noch durch, steht Matthias Overberg heute drauf und federt locker nach – auch dank der Forschungsarbeit der Lüdenscheider: „Wenn wir ein Problem haben, gehen wir hierhin“, sagt er.

Der Ruf, den sich das Institut in 25 Jahren erarbeitet hat, reicht längst über das Alltagsgeschäft hinaus, reicht bis zur Zukunftsforschung eines „Technologiescouts“. Solch umfassendes Aufgabenverständnis adelte ein Vertreter der Fachpresse mit dem Lob: „Wenn die KIMW-Leute die Köpfe zusammenstecken und sagen, das ist neu, dann ist es wirklich neu."

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