Ausstellung zu Heinz Wever beginnt erst im Mai

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Der Künstler Heinz Wever (1890-1966), Selbstbildnis, in Privatbesitz.

Lüdenscheid - Geplant war die Eröffnung für Mitte März. Aber dann nahm die Recherche, die das Team der Städtischen Galerie und der Museen der Stadt mit Blick auf die Ausstellung „Heinz Wever (1890-1966) – Leben und Werk“ des Vereins für die Geschichte Preußens und der Grafschaft Mark - die Museumsfreunde“ aufnahm, eine Eigendynamik an, die eine Verschiebung der Vernissage notwendig machte.

Am 22. Mai wird nun die Ausstellung des großen heimischen Künstlers in den Museen und der Galerie am Sauerfeld eröffnet. Bis Oktober werden in beiden Häusern Gemälde, Grafiken, aber auch Dokumente und Exponate zu sehen sein.

Heinz Wever, geboren 1890 in Herscheid als Sohn eines Gemischtwarenhändlers, besuchte von 1911 bis 1913 die Düsseldorfer Kunstakademie. Einem freiwilligen Jahr im Elsass folgte der Einsatz im Ersten Weltkrieg als Soldat an der Westfront.

Nach Kriegsende dann machte sich der Herscheider einen Namen als Zeichner, Maler und plattdeutscher Schriftsteller. Er segelte mit der Graf Luckner nach Amerika – während der Fahrt entstanden zahllose Skizzen und Zeichnungen – blieb drei Jahre in Amerika und unternahm 1929eine neunmonatige Reise durch 39 Staaten der USA, gemeinsam mit dem rheinischen Schriftsteller Josef Ponten. Auch hier entstanden illustrierte Reisetagebücher und nahezu tägliche Reisebriefe an die Familie.

Von 1930 bis 1937 lebte und arbeitete Wever in Berlin und kehrte schließlich nach Herscheid zurück.

Die vielen privaten Leihgaben, die die Galerie und die Museen zusammengetragen haben, stammen zum Teil aus Privatbesitz, zum Teil aus anderen Galerien und Museen und aus Amerika.

„Wever hat in Lüdenscheid sehr viele Arbeiterporträts angefertigt, die teilweise noch hier in den Firmen hängen. Er hat sehr detailliert gezeichnet und aquarelliert, Werkzeuge, Innenräume oder auch die Arbeiter“, macht Galerieleiterin Dr. Susanne Conzen schon jetzt Appetit auf die Ausstellung.

In Arbeit befindet sich derzeit ein Begleitkatalog zur Ausstellung, an dem sich viele Autoren mit ihren Erkenntnissen über Wever beteiligen – Essays, die ausformuliert werden müssen und ein Übriges dazu beitragen, dass die ursprüngliche Ausstellungseröffnung verschoben werden musste.

Wever war unter anderem Anfang der 1960er-Jahre als Zeichner für die Lüdenscheider Nachrichten tätig. Er habe, so Museumsleiter Dr. Eckard Trox, „in unregelmäßigen Abständen karikatureske Zeichnungen aus Natur, Landschaft und Industrie für die Zeitung angefertigt“. Auch porträtierte er unter anderem Fritz Thomée und Theodor Heuss.

Im Wever-Haus in Herscheid, in dem er nach 1940 mit seinen Schwestern und später mit seiner Familie lebte, wurden Dichterlesungen und Hauskonzerte veranstaltet. Heinz Wever starb am 15. August 1966 in Bad Nieder-Breisig am Rhein.

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