Gemälde von berühmtem Maler

Schatz aus Frankreich nach Lüdenscheid gebracht

Auch Bilder von Kurt Gröger werden in der Wieghardt-Ausstellung zu sehen sein.

Lüdenscheid – Im Herzen von Paris am Quai Voltaire liegt die Galerie Berès, ein fast schon schmuckloses Gebäude, in dessen Innern, unzugänglich für Kunstliebhaber, Wertvolles lagert. „Die haben da einen Schatz von mehr als 100 Arbeiten“, sagt Lüdenscheids Galerieleiterin Dr. Susanne Conzen. Denn die Pariser Galerie-Inhaberin erbte privat den Nachlass des Malers Kurt Gröger. Dessen Ehefrau Simone machte es möglich.

Paul Wieghardt – geboren 1897 in Lüdenscheid, gestorben 1969 in Wilmette / Chicago – studierte gemeinsam mit Kurt Gröger 1925 an der Dresdener Kunstakademie. Beide waren bis 1931 Meisterschüler von Robert Sterl, neben Max Liebermann ein bedeutender Vertreter des deutschen Impressionismus. 

Vor allem zeitaktuelle, sozialkritische Themen beschäftigten Wieghardt während seiner Akademieausbildung in Dresden. So ist es fast schon selbstverständlich, dass zur großen Wieghardt-Ausstellung im November in der Galerie am Sauerfeld auch Werke Kurt Grögers zu sehen sein werden.

Gröger lehnte sich gegen den NS-Staat auf

Wieghardts 1905 in Sternberg geborener Malerfreund Gröger, ein Sohn aus reichem Elternhaus, ging 1930 nach Paris. Ein Jahr später folge Wieghardt ihm zusammen mit seiner späteren Frau, der Bildhauerin Nelli Bar. Gröger wurde zu Beginn des Zweiten Weltkrieges Mitglied der tschechischen Legion in Frankreich und gehörte somit der Auflehnung gegen den NS-Staat an. Ab 1940 galt er als Staatsfeind Deutschlands und tauchte mit seiner jüdischen Frau Simone Gröger in Frankreich unter. Grögers künstlerische Entwicklung wurde von Vuillard und Bonnard geprägt. Er hatte in Frankreich seinen Malstil weiterentwickelt und war damit international äußerst erfolgreich. Er starb 1952 in Paris.

Vier Bilder als Leihgaben verpackt 

Dr. Lutz Hellweg, der der Lüdenscheider Galerie immer eng verbunden ist, machte sich gemeinsam mit Dr. Conzen auf, um in Paris den Nachlass zu sichten. Vier Bilder wurden als Leihgaben sorgsam verpackt und sind nun in Lüdenscheid angekommen. 

Weitere Arbeiten befänden sich in Ölmütz/Tschechien, erläutert die Galerieleiterin mit Blick auf die Wieghardt-Ausstellung, die möglichst facettenreich das Leben des Lüdenscheider Males beleuchten soll, und über deren Werdegang unsere Zeitung in unregelmäßigen Abständen berichtet. Durch den Einbau der neuen Fenster in der Galerie – wir berichteten mehrfach – müssen bis zur Ausstellungseröffnung noch neue Trennwände gezogen werden – der Platz, um die vielen Arbeiten Wieghardts und seiner Wegbegleiter auszustellen, würde sonst nicht ausreichen.

Conzen: „Vielleicht nehmen wir auch noch das Obergeschoss hinzu, wo wir im Sommer wieder die Führungen ,Ida und Paul’ anbieten.“ Dort gibt’s bereits eine Begegnung mit dem jungen Kurt Gröger, die Paul Wieghardt „Kurt Gröger am Fenster“ nannte. Schon in Dresden entwickelte Wieghardt sein wichtigstes Bildthema – die Figur im Raum. Dies spiegelt sich in seinem um 1928 entstandenen Gemälde „Kurt Gröger am Fenster“ wider und blieb auch nach seiner Flucht in die USA Grundgedanke seiner Kunst. In Arbeit ist ein umfangreicher Katalog zur Wieghardt-Ausstellung. Die Texte schreiben Museumsleiter Dr. Eckhard Trox, Dr. Carolin Krüger-Bahr, Dr. Annegret Rittmann und Dr. Susanne Conzen.

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