Gabriella Wollenhaupt: Mit „Dirty Harry“ im Süden

+
Die Autorin las im Seniorenheim Reseda Lutea ihre Kurzgeschichte aus „Mord am Hellweg VII“.

Lüdenscheid - Harry Gödde, genannt „Dirty Harry“, der Rotlichtkönig aus der „Wunderbar“, wurde mit seinen 85 Jahren zum Protagonisten im Saal des Hauses Reseda Lutea. „Lüdenscheider Lustparade“ heißt die Kurzgeschichte, mit der sich Gabriella Wollenhaupt in der Anthologie „Mord am Hellweg VII“ verewigte. Am Mittwochabend las sie in Lüdenscheid.

Lüdenscheid gehöre eher in die Riege der Gaststädte, die an größtem Krimifestival „Mord am Hellweg“ teilnehmen, weil die Bergstadt nicht in der Kernregion des Festivals liege, ließ der Herr der Hellweg-Morde, Herbert Knorr, die Gäste im Saal eingangs wissen. Er organisiert seit Jahren das Festival und verschaffte den Gästen einen kurzen Einblick in die Entstehung der Anthologie: „ Der Name der Stadt muss im Titel der Geschichte vorkommen – und ein Mord.“ Und da der Hellweg total erotisch sei, war die dritte Bedingung in diesem Jahr Sex in irgendeiner Form.

Lüdenscheid sei zum vierten Mal dabei, so VHS-Leiter Andreas Hostert, der neben dem Ehepaar Lobe, Betreiber des Seniorenheimes Reseda Lutea, und der Buchhandlung Thalia auch unserer Zeitung für die Unterstützung dankte. Das Gerücht, dass neben dem SPD-Büro am Breitenfeld ein Bordell betrieben wird, habe ihr Physiotherapeut in die Welt gesetzt, eröffnete schließlich die Autorin ihre ersten Begegnungen mit Lüdenscheid, die in einen Besuch der „Wunderbar“ in Brügge mündeten – nur von außen, versteht sich.

Aus den gewonnenen Erkenntnissen und Recherchen bei den Lüdenscheider Nachrichten schrieb Wollenhaupt schließlich den Kurzkrimi, eine Geschichte um „Dirty Harry“, der noch einmal unter südlicher Sonne sein möchte, am Ende die Freuden spendenden Praktikantinnen dorthin mitnimmt, seinen raffgierigen Sohn um einen Haufen Geld prellt und stattdessen dem eher hirnlosen Mädels-Duo die Selbstständigkeit ermöglicht.

Bedingung eins erfüllt der Titel, Bedingung zwei die Handlung, Bedingung drei der notgeile Krankenpfleger, der sich an die Praktikantinnen heranmacht und sein schmuddeliges Leben unter einer Mineralwasserflasche aushaucht.

Im ersten Teil der Lesung stellte Gabriella Wollenhaupt ihren neuen Krimi „Grappa sieht rosa“ vor, einen weiteren Teil über die Blaulicht-Reporterin Maria Grappa, die diesmal in die Wirrungen um die Hochzeit des von Putin verfolgten, russischen und schwulen Agrarministers mit Tobias, dem Pfleger im Bierstädter Tierpark, verstrickt wird. - rudi

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare