Graf gibt Staffelstab weiter: Verwaltung auf Schloss Neuenhof in neuen Händen

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Gabriel von dem Bussche hat die Verwaltung des Schlosses Neuenhof übernommen. Er löst damit seinen Vater Alhard Graf von dem Bussche-Kessell ab.

Lüdenscheid – Seit dem 1. April dieses Jahres hat Gabriel von dem Bussche die Verwaltung des Schlosses Neuenhof übernommen. Er löst damit seinen Vater Alhard Graf von dem Bussche-Kessell ab, der diese Aufgabe 44 Jahre innehatte. Gabriel von dem Bussche kehrte erst Anfang des Jahres in seine Heimat Lüdenscheid zurück.

Zuvor hatte er zehn Jahre in Berlin gelebt. „Ich habe in dieser Zeit berufliche Erfahrungen gesammelt“, sagt der 36-Jährige. So war er drei Jahre im Bundestag Referent für Forst- und Landwirtschaftspolitik und weitere sechs Jahre arbeitete er für eine Ratingagentur in der Hauptstadt, die analysierte, wie qualitativ ein Unternehmen ist und die Kreditwürdigkeit bewertete. Für den Beruf musste er viel reisen

Aus Altersgründen übergab Alhard Graf von dem Bussche-Kessell, der heute 72 Jahre alt ist, nun den Familienbetrieb an seinen Sohn. Seit 1820 ist der Betrieb in seiner Familie, zuvor war das Schloss Neuenhof Stammsitz des Adelsgeschlechts von Neuhoff und der Familie von Bottlenberg, seit das Schloss 1326 das erste Mal urkundlich erwähnt wurde. 20 Generationen sind seitdem in den Geschichtsbüchern vermerkt. Bewohnt ist Schloss Neuenhof von der Familie von dem Bussche-Kessell jedoch erst wieder seit 1975, als Alhard Graf von dem Bussche-Kessell das Schloss bezog. „Mein Großvater schaute nur sporadisch nach Schloss Neuenhof. Er hatte noch ein Unternehmen in Bad Essen, das Schloss Ippenburg, und lebte dort“, berichtet Gabriel von dem Bussche.

Der Schwerpunkt des Betriebes liegt auf der Forstwirtschaft. So ist die Forstverwaltung Schloss Neuenhof ein mittelständisches Unternehmen mit fünf Mitarbeitern. Gabriel von dem Bussche ist für die Verwaltung zuständig. Sowohl Büroarbeit ist dabei zu erledigen als auch im Wald nach dem Rechten zu schauen. Jeden Tag hat er eine Besprechung mit dem Förster. Wo ernten wir? Wo pflanzen wir? Wo muss ein neuer Weg gebaut werden und wo wird Holz abgefahren, sind dabei die wesentlichen Punkte.

Das Ziel seines Vaters, den Wald natürlich durch Naturverjüngung und mit Mischwald zu bewirtschaften, will Gabriel von dem Bussche dabei fortführen. „Wir fällen nie mehr Holz, als nachwächst“, erklärt er. Allerdings werde das Holz auch an die Sägewerke verkauft und das bedeute, ein gewisser Anteil Nadelhölzer sei nötig, um nachhaltiges Bauholz aus Deutschland zu produzieren. Und so habe die Fichte nach wie vor eine Existenzberechtigung, bezieht sich der Verwalter auf die derzeitige Lage des Waldes.

Eine weitere Aufgabe ist die Verwaltung von Immobilien. Das betrifft sowohl die Betreuung von Mietern der Bauernhäuser, die zum Schloss Neuenhof gehören und teilweise renoviert werden müssen, als auch den Denkmalerhalt des Schlosses selbst. „In den letzten 15 Jahren wurden mehrere Millionen in das Schloss investiert, aber der Instandsetzungsbedarf hört nie auf“, sagt der neue Verwalter. So müssten zum Beispiel die Gräfte (Wassergräben) erneuert werden, eine Investition von rund 80 000 Euro, aber bei den derzeitigen Holzpreisen undenkbar, erklärt Gabriel von dem Bussche. Entweder müsse geschaut werden, ob es eine andere Möglichkeit gebe oder die Maßnahme verschoben werden. Er habe einen Dreijahresplan aufgestellt, um die Ausgaben gemäß der Einnahmen zu kalkulieren.

Auch die Veranstaltungen auf Schloss Neuenhof gehören zu den Aufgaben des Familienbetriebes, wie der Weihnachtsmarkt am 3. Advent. Den organisiert seine Frau, Camilla von dem Bussche, und löst damit die Frau von Alhard Graf von dem Bussche-Kessell, Gevinon, ab, die diese Aufgabe viele Jahre übernommen hatte.

So stehen in diesem Jahr auch einige Veränderungen das Programm betreffend an. „Das Hauptaugenmerk bleibt auf dem regionalen Handwerk und regionalen Delikatessen, darüber hinaus ist aber noch ein Programm geplant, um das Angebot zu erweitern“, verrät Gabriel von dem Bussche bereits. Die Idee sei, mehr für Kinder anzubieten, zum Beispiel mit Tieren sowie eine Feuerperformance auf der Brücke vor dem Schloss. „Es ist unsere erste Veranstaltung seit der Übernahme und ich bin sehr gespannt, wie sie angenommen wird“, sagt Gabriel von dem Bussche. Zudem plant man, zukünftig mehr Veranstaltungsmöglichkeiten zu schaffen.

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