Corona-Pandemie

Für Schüler im MK gelten ab sofort diese neue Regeln

Frau beim Pipettieren
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Zweimal pro Woche werden die Schüler der weiterführenden Schulen in Nordrhein-Westfalen mit einem Schnelltest auf Corona getestet. Bei einem positiven Fall müssen in der Regel neben dem infizierten Schüler nur die direkten Nachbarn in Quarantäne. Was sich ändert, ist die Dauer der Quarantäne. In Zukunft sollen sie sich nach fünf Tagen freitesten können.

Im Märkischen Kreis hat das Gesundheitsamt schnell auf die neuen Vereinbarungen der Gesundheitsminister reagiert. Ein schnelleres Ende der Quarantäne für Schülerinnen und Schüler ist ab sofort möglich.

Märkischer Kreis – Die Kunde aus Berlin und München hatte Volker Schmidt wohl vernommen. Von neuen „Leitplanken“ für die Gesundheitsämter der Republik hatte Klaus Holetschek aus Bayern bei der Vorstellung der neuen Vereinbarung, die die Gesundheitsminister der Länder getroffen haben, am Montag gesprochen. Volker Schmidt, Leiter des Ressorts Gesundheit beim Märkischen Kreis, sieht diese „Leitplanken“ mit einer gewissen Gelassenheit.

„Zum einen ist es noch unklar, wie so etwas dann konkret in den Verordnungen des Landes umgesetzt wird. Da werden wir sicher noch ein, zwei Tage warten müssen“, stellte Schmidt am Dienstagmorgen fest. „Zum anderen wird sich für uns an der generellen Arbeitsweise nicht viel ändern. Was sich ändert, ist die Dauer der Quarantäne für die Schülerinnen und Schüler, weil sie nun nicht mehr 14 Tage in Quarantäne bleiben müssen, sondern sich nach fünf Tagen freitesten können.“

Den Ansatz, bei einem Corona-Fall eine komplette Klasse in Quarantäne zu schicken, der in einigen Regionen neu sein mag, hat der Märkische Kreis zuletzt ohnehin nicht mehr verfolgt. „Das war die absolute Ausnahme“, sagt Schmidt. Stattdessen wurde vor Ort das umgesetzt, was nun auch eine Art Leitplanke werden soll: Sitznachbarn links, rechts, vorne und dahinter ermitteln – konkretes Fahnden nach den in der Ansteckungsfrage besonders Gefährdeten. Und ansonsten die Fortsetzung des Präsenz-Unterrichts. So soll es sein.

Für Schüler im MK gelten ab sofort diese neue Regeln

Weil Schmidt diesen Ansatz eigentlich genau richtig findet, inklusive der Verkürzung der Quarantäne, ging es noch am Dienstagmorgen in medias res. Gesundheitsamt und Schulaufsicht berieten sich – mittags stand die Entscheidung: Es ging eine E-Mail vom Gesundheitsamt an die Schulen, dass ab sofort – quasi in vorauseilendem Gehorsam – das gilt, was die Gesundheitsminister beschlossen haben, aber noch nicht in einem Verordnungstext gegossen ist. Ab sofort können sich Kinder nach fünf Tagen in der Quarantäne testen lassen und dürfen dann – bei negativem Test – wieder in die Schule. „Entweder ein PCR-Test oder Schnelltest in einem offiziellen Testzentrum muss es sein“, sagt Schmidt und findet gut, dass dies nun schnell umgesetzt wird, „es ist ja zum Wohl der Kinder.“

Dass das generelle Vorgehen dieser Tage gegenüber früheren Corona-Wellen, in denen Quarantäne für komplette Klassen üblich waren, einen deutlichen Mehraufwand für diejenigen bedeutet, die nun die Spreu vom Weizen, als die besonders gefährdeten von den nicht so gefährdeten Kindern, trennen soll, das will Volker Schmidt gar nicht abstreiten. Vor allem die Lehrerinnen und Lehrer sind in dieser Phase der Pandemie noch einmal deutlich mehr in der Pflicht.

In einer Leserzuschrift hatte eine Lehrerin einer Gesamtschule aus dem Kreis, die gerne anonym bleiben möchte, über einen Zeitaufwand von elf Stunden pro Woche für die Kontaktnachverfolgung geklagt. Kein Einzelfall. Die Lehrerin zählt auf: „Wo hatte das Kind Unterricht? Sitzplan aus dem Raum holen. Sitznachbarn notieren. Eltern anrufen. Mails im Namen des Gesundheitsamtes mit Infos zur Quarantäne und Tagebuch verschicken. Ein paar Tage später dann den Termin des PCR-Tests.“

Ohne die Hilfe in den Schulen geht es nicht.

Volker Schmidt, Leiter des Ressorts Gesundheit beim Märkischen Kreis

Volker Schmidt hat Verständnis für die Klage, aber auch keine Idee, wie es anders gehen sollte. „Ohne die Hilfe in den Schulen geht es nicht“, sagt er. Selbst wenn Gesundheitsamts-Mitarbeiter in die Schulen gingen, müsste das Lehrpersonal ja bei der Ermittlung helfen. Ganz davon ab, ist das Gesundheitsamt zwar gut besetzt, aber längst nicht so gut, in alle Schulen des Kreises ausrücken zu können.

„Wir haben da allerdings eigentlich auch keine Beschwerden“, sagt Schmidt, „wir haben kürzlich Videorunden gemacht, erst mit den Grundschulen, dann mit den weiterführenden Schulen. Wir haben ein eigenes Postfach eingerichtet, an das die Schulleitungen ihre Mails schicken können. Natürlich ist das alles sehr viel Arbeit im Moment, aber ich wüsste nicht, wie es anders gehen sollte. Und ich finde, dass die Zusammenarbeit mit den Schulen wirklich gut ist.“

Schmidts Botschaft: Es läuft letztlich sogar gut. Und er ist überzeugt davon, dass auch die neuen „Leitplanken“, die bald in Verordnungen fixiert sein dürften, daran nichts ändern werden.

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