Fünf Planstellen für die Feuerwehr

Lüdenscheid - 250 000 Euro zusätzlich für fünf weitere Planstellen benötigt die Feuerwehr jährlich. Der Mehrbedarf der Feuer- und Rettungswache ist am Mittwoch Thema im Bau- und Verkehrsausschuss. Die Veränderung ist bereits im Stellenplan 2015 enthalten. Im Ausschuss geht es lediglich um die Kenntnisnahme des Sachverhalts und der Begründung.

Bau- und Verkehrsausschuss, Mittwoch, 17 Uhr, Ratssaal, öffentlich.

Aber diese Begründung hat es in sich. Unter anderem durch rechtliche Veränderungen zur Arbeitszeit schon vor Jahren, außerdem durch technische Entwicklungen und organisatorische Probleme verzeichnet die Feuerwehr einen seit Jahren steigenden Krankenstand mit physischen wie psychischen Krankheitsbildern. Durch die dauerhafte Unterbesetzung bleibt Arbeit liegen. Es können Vorgaben des Brandschutzbedarfsplanes nur noch zum Teil erfüllt werden. Aufgrund der Überlastung habe ein Rettungstransportwagen beinahe außer Dienst gestellt werden müssen, weil die Wartungsfrist für ein Medizinprodukt nicht eingehalten werden konnte. Der zuständige so genannte MPG-Beauftragte hatte bereits Arbeitsüberlastungsanzeigen vorgelegt.

Steigende Fallzahlen im Rettungsdienst

Die Gründe für die dauerhafte Überlastung liegen in der Vergangenheit. Anfang 2007 wurde die Wochenarbeitszeit für Feuerwehrleute von ehemals 54 auf 48 Stunden begrenzt. In Reaktion darauf wurden zwar die Krankentransport extern vergeben, doch im hochgradig belastenden Rettungsdienst stiegen die Zahlen unaufhörlich – von 11 600 im Jahr 2010 auf 14 100 im vergangenen Jahr. Zu den Einsätzen, so heißt es in der Vorlage weiter, kämen zunehmend Nacharbeiten, um Geräte zu warten. Gleichzeitig sei es keineswegs mehr so selbstverständlich wie früher, dass diese Belastungen durch die Familie aufgefangen würden.

Verstärkung direkt in Wachabteilungen

Im Rathaus ist die Situation lange bekannt. Ende November 2012 wurde eine fachübergreifende Arbeitsgruppe gebildet, die sich zunächst darum kümmerte, die Einhaltung der 48-Stunden-Woche sicherzustellen. Die bereits angefallenen Überstundenanteile wurden ausgezahlt. Die weitere Analyse des Personalbedarfs zeigte zudem, dass in jeder der drei Wachabteilungen eine Planstelle zu wenig vorhanden war. Diese dauerhafte Unterbesetzung sei einer der Gründe für die hohen Krankenstände gewesen.

Die Schaffung zweier weiterer Planstellen fußt auf der Erkenntnis, dass zwei zentrale Funktionen an der Hauptwache nicht aus dem Schichtdienst heraus geleistet werden können. Dabei geht es um den oben genannten MPG-Beauftragten, der sich um die immer komplexere medizinische und medizintechnische Ausrüstung kümmern muss. Diese Position soll neu und im Tagesdienst geschaffen werden, ebenso wie die des LuK-(Leitung und Kommando)Fachbetreuers. In dessen Arbeitsbereich fällt beispielsweise auch das Rechnungswesen. Im Ergebnis konnten in den Jahren 2013 und 2012 die Abrechnungen mit den Kostenträgern nur verspätet abgeschlossen werden beziehungsweise seien noch in Arbeit, heißt es in der Vorlage. - Von Florian Hesse

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