„Power! Percussion“ mit rhythmischem Feuerwerk

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„Power! Percussion“ am Abend im ausverkauften Kulturhaus. -

LÜDENSCHEID - Sie machen vor nichts Halt: Ölfässer, Aluleitern, HT-Rohre, die eigenen Oberschenkel. Was immer sich als Schlagwerk benutzen lässt, wird zweckentfremdet. Am Abend gab's stehende Ovationen für die fünf Musiker der „Power! Percussion“ im seit Wochen ausverkauften Kulturhaus. Und das mit Recht.

Was da geboten wurde, war geballte Rhythmik, geradezu entfesselte Energie. Furios das Intro, der „Drum Room“, so der Name der Show, mal mit blauen, mal mit grünen Lichteffekten unterlegt. Die Ohrstöpsel, die die studierten Musiker aus Bayern zuvor hatten am Einlass verteilen lassen, nahmen die Gäste nur aus Spaß mit in die Sitzreihen. Schließlich war man gekommen, um das Rhythmus-Feuerwerk nicht nur zu sehen, sondern auch zu hören.

Gekonnte Comedy-Einlagen machten schnell klar: Hier wird nicht nur Schlagwerk geboten. So wechselten Stephan Wildfeuer, Rudolf Bauer, Hannes Eitner, Jürgen Weishaupt und Wolfram Winkel fliegend von Aluleiter zu Eimer zu Ölfass zum Rohrgestänge, auf dem sie dann auch gleich zeigten, dass „Popcorn“ als wohl berühmtestes Instrumentalstück aus der Synthie-Pop-Ära genauso mit Trommelfeuer hörbar gemacht werden kann wie das „Hofbräuhaus“ und selbstverständlich auch Mozart. Wozu braucht man ein Klavier, wenn man ein Abflussrohr hat?

Nach der Pause ließen's die Musiker etwas ruhiger angehen. Vor allem Rudolf Bauer zeigte, dass er nicht nur jede Menge von rhythmischer Power versteht, sondern auch exzellent mit dem Marimbafon umgehen kann, in jeder Hand zwei Schlägel. Und den Beweis dafür, dass auch dieses Instrument mit Power verknüpft werden kann, traten die restlichen Musiker auch gleich an. Mit der Loopstation schafften sich die Musiker ihre eigene Urwaldatmosphäre, mit Gummistiefeln den Stepptanz, mit Al Martinos „Spanish Eyes“ und spritzenden Wasserfontänen einen glanzvollen Abgang.

Schade nur, dass es kein Begleitprogramm und ausgesprochen wenig gesprochene Worte gab. Man hätte schon gerne hier und da gewusst, wie ein solches Trommelfeuerwerk überhaupt zustande kommt. - rudi

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