Rauchverbot in Kneipen: „Es fehlt etwas“

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lefteria und Savvas Christoforidis betreiben gemeinsam die Kneipe Kölner Eck. Das Rauchverbot finden sie gut.

Lüdenscheid. Das befürchtete große Kneipensterben blieb in Lüdenscheid und anderen Städten zwar aus, verändert hat sich seit der Einführung des Rauchverbots vor fünf Jahren in Nordrhein-Westfalen (NRW) aber trotzdem etwas: für die einen zum Positiven, für die anderen „fehlt ein Teil des Vergnügens“.

Das „ursprüngliche“ Nichtraucherschutzgesetz trat bereits vor zehn Jahren, am 1. Januar 2008, in Kraft. Allerdings mit vielen Ausnahmen. Das absolute Rauchverbot etwa in Kneipen und anderen öffentlichen Gebäuden gibt es seit fünf Jahren. „Wir haben damit sehr positive Erfahrungen gemacht“, sagt Athanasius Lavassas, Wirt der Gaststätte Streppel. „Ich selbst bin Nichtraucher und habe früher automatisch mitgeraucht. So ging es auch den Gästen – wenn man hier gegessen und den Rauch vom Nebentisch abbekommen hat, war das unangenehm“, erinnert er sich.

Beschwert habe sich über das Rauchverbot in all den Jahren niemand, „aber das ist nur meine Meinung, ich kann nicht für alle sprechen“, betont er. Denn als Gaststätteninhaber habe er es sicherlich einfacher als ein Kneipen-Wirt: „Die Leute rauchen gerne beim Bier. Wer vom Bier-Verkauf lebt, hat es vermutlich schwerer.“ Ein Kompromiss, etwa ein Raucherraum, hätte seiner Meinung nach ruhig erlaubt bleiben dürfen. „Es ist nicht schön, dass das nicht geht.“

Ähnlich sieht das auch Jürgen Wigginghaus von der Gaststätte Dahlmann. Die Leute hätten sich inzwischen sicher ans Nichtrauchen gewöhnt, „aber manche gehen auch deshalb nicht mehr in die Kneipe. Wenn wir nicht rauchen dürfen, fehlt uns etwas“, sagt er.

Generell werden die Kneipen-Gäste weniger, „das liegt wohl auch daran, dass es heutzutage mehr Möglichkeiten gibt, Kontakte zu knüpfen“. Hilfreich sei das absolute Rauchverbot für eine Belebung der Gastronomie aber nicht: „Das war keine gute Entscheidung.“ Das gelte allerdings nicht für Restaurants. „Ich frage mich, warum die Politik den Wirten nicht freie Hand bei der Entscheidung lässt, in anderen Bundesländern ist das schließlich auch so.“

In den warmen Sommermonaten sei das zwar kein Problem, „die Leute können draußen sitzen und dort rauchen. Im Winter ist das bei der Kälte aber fies“. Das Gesetz ignorieren und womöglich eine Strafe zahlen, komme für ihn aber nicht in Frage. „Es gibt natürlich Kontrollen. Das Amt weiß aber in der Regel, dass wir hier nicht rauchen. Ich habe aber auch schon gehört, dass es Wirte geben soll, die lieber mal eine Summe X zahlen als das Rauchen zu verbieten.“

Für Savvas Christoforidis, Wirt der Kneipe Kölner Eck, macht das Nichtraucherschutzgesetz keinen Unterschied. „Ich war selber Raucher und bin froh darüber“, sagt er. Probleme gebe es deswegen nicht und rauchen könne schließlich weiterhin, wer wolle: „Wer rauchen will, geht drei Meter weiter aus der Kneipe raus. Dort steht auch ein Schirm. Das macht doch nichts!“

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