Coronavirus in Lüdenscheid

Umsatzverluste durch Kontaktverbot: Frisöre hoffen auf Hilfe

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Lüdenscheid - Auch Friseure mussten ihren Betrieb nach dem neuesten Beschluss der Landesregierung einstellen. Angesichts der aktuellen Lage hinsichtlich der Verbreitung des Coronavirus eine vernünftige Entscheidung, wie Achim Schilling als Obermeister der Friseur-Innung Märkischer Kreis (MK) sagt.

Er selbst betreibt einen Salon in Lüdenscheid, der Innung gehören etwa 80 Betriebe im MK an. „In den letzten 14 Tagen war die Anspannung in den Betrieben groß“, sagt Schilling. Denn der erforderliche Abstand zwischen den Kunden selbst konnte zwar eingehalten werden, doch der zwischen Kunden und dem Friseur nicht, sagt er weiter. „Was die Gesundheit angeht, ist die Entscheidung für uns alle sehr entlastend und eine Beruhigung. Denn man hatte durchaus Bedenken, sich anzustecken und das Virus weiterzutragen.“

Finanziell gesehen sei die Schließung der Friseurbetriebe natürlich ein Einschnitt. „Die Umsatzverluste tun uns weh, so wie allen anderen auch, die schließen müssen oder Einbußen haben“, sagt Schilling. „Aber wenn wir Glück haben, kommen wir mit einem blauen Auge davon.“

Die Friseure seien mit Kurzarbeitergeld in der Regel nicht vertraut, „wir hoffen natürlich, dass das begrenzt bleibt und wir nach dem 19. April wieder öffnen dürfen“. Zugesagt worden ist nun von der Regierung eine Unterstützung für Kleinstbetriebe, „das gibt uns Raum und Luft“. Die meisten Betriebe werden wohl Kurzarbeit anmelden, vermutet der Obermeister. Rat und Unterstützung dazu erhielten sie nun auch von der Kreishandwerkerschaft. „Wir machen Videokonferenzen mit Fachleuten der Kreishandwerkerschaft. Das war bisher sehr gut und die Konferenzen werden auch gut angenommen“, sagt Schilling. Und der Rat sei nötig, um die Friseure zu unterstützen, denn „das ist für uns fremdes Land“.

Die Stimmung sei generell gut, „verständnisvoll und wir haben ein gutes Miteinander“. Und was die Kunden in den nächsten vier Wochen angeht, „denke ich, dass man in dieser Zeit auch mal so zurechtkommt“. Dass die Kunden nun am eigenen Kopf tätig werden, davon rät der Obermeister ab: „Den Pony schneiden, das kann man mal ausprobieren. Vorsichtig, man soll ja weiterhin gut sehen können“, ergänzt er mit einem Schmunzeln. „Und falls bei anderen Selbstversuchen etwas schiefgeht, reparieren wir das natürlich bestmöglich. Aber vor allem freuen wir uns, wenn wir nach dieser Zeit wieder richtig gut zu tun haben.“

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