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 Friseursalon im MK: Covid 19 statt Chanel 05 im Flakon 

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Von: Jutta Rudewig

Simon Rosenthal Covid Bubert Druck Bilder Salon
Simon Rosenthal mit seinem Druck: Covid 19 statt Chanel No. 5 © Cedric Nougrigat

Ein gesellschaftskritischer Beobachter war er schon immer – jetzt stellt der in Lüdenscheid geborene Maler Simon Rosenthal eine Serie seiner Werke im Friseursalon von Yves Bubert am Graf-Engelbert-Platz aus. „Als professionelle Maler machen wir das eigentlich nicht“, sagt er, aber die vergangenen 15 Monate wären einem Berufsverbot gleich gekommen. Kreativität sei jetzt gefragt, neue Wege, neue Modelle, neue Synergien.

Lüdenscheid - Auf den Bildern, die bei Bubert hängen, ist der Flakon Chanel No. 5 zu sehen, den die französische Modeschöpferin Coco Chanel 1921 in Paris auf den Markt brachte. Ein exklusiver Duft, dessen Behältnis der Maler entfremdet hat. Statt Chanel No. 5 prangt Covid 19 als Schriftzug auf den Drucken, die in vielen Farben und Größen an den Wänden des Friseursalons hängen, in grün, in gelb, in blau, sogar in pink, versehen mit chinesischen Zeichen. Den Kunstdruck hat Seltmann hergestellt, gerahmt wurde in der Galerie Schmidt – und damit ergab sich eine Art Zusammenschluss, um sich in den Endzügen der Pandemie gegenseitig wieder auf die Beine zu helfen.

Für Rosenthal bedeutet die kleine Ausstellung, zu zeigen, womit er sich gedanklich und künstlerisch in all den Pandemie-Monaten beschäftigt hat, für Yves Bubert 16 farbenfrohe Werke an den Wänden und neue Kundschaft im Laden. Denn das Covid-„Andenken“ verkauft sich gut neben Spiegel und Schere.

16 farbenfrohe Werke

Simon Rosenthal mag’s großformatig. Und manchmal bringt er seine Werke auch höchstselbst mit dem Linienbus zum Ausstellungsort. 1984 in Saarbrücken geboren, nahm er 2009 in Dresden das Studium der Malerei/Grafik auf, war von 2016 bis 2918 an der dortigen Hochschule für bildende Kunst Meisterschüler. Stipendien, Ausstellungen, eine eigene Galerie kennzeichnen seinen Lebensweg. Seit 2020 hat der gebürtige Lüdenscheider einen Lehrauftrag an der „Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft“.

Mit einem seiner Covid-19-Werke will er nun auch anderen helfen. „Wird das Werk verkauft, spende ich die Hälfte des Erlöses an die Pfadfinder St. Georg, bei denen ich selbst mal war, und an die Gemeinwohllobby um Marianne Grimmenstein“, sagt Rosenthal.

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