Kreativität im Umgang mit der Haarpracht

Frisier-Sorgen im Lockdown: Ganz ab oder bald mit Zopf 

Die letzte Haarschere wurde am 15. Dezember angesetzt. Nach Ablauf des Tages anderthalb Wochen vor Weihnachten mussten die Friseursalons der Republik schließen, und damit auch alle Geschäfte in Lüdenscheid. Der harte Lockdown wurde in Lüdenscheid eingeläutet.

Lüdenscheid – 31 Tage sind seitdem vergangen. 31 Tage, in denen die Friseursalons geschlossen blieben. Eine lange Zeit vor allen Dingen für Modebewusste, die regelmäßig den Friseur aufsuchen, um die Haare perfekt gestylt aussehen zu lassen. Oder sind die Lüdenscheider durch den ersten Lockdown bereits vorbereitet?

StadtLüdenscheid
LandkreisMärkischer Kreis
Einwohnerzahl 72.313 (Stand: 31.12.2019)

Einen Radikalschnitt wagte Ümit Dilmen. Der Trainer der zweiten Mannschaft von Rot-Weiß Lüdenscheid nahm sich eine Haarschneidemaschine und trimmte seine Haare auf neun Millimeter Länge. „Ich habe bisher den Trimmer nur verwendet, um mich zu rasieren. Aber jetzt wollte ich mir einfach die Haare schneiden. Man sieht immer so fertig aus mit längeren Haaren, und wie lange der Lockdown andauert, wissen wir ja nicht. Ich habe von meinen Verwandten ein durchaus positives Feedback erhalten“, sagt Dilmen, der im November selbst an Corona erkrankte und die derzeit getroffenen Maßnahmen der Bundesregierung verstehen kann.

Frisier-Sorgen im Lockdown:

So sieht es auch Sebastian Wagemeyer. Der Lüdenscheider Bürgermeister geht normalerweise alle vier bis sechs Wochen zum Friseur. Sein letzter Termin war Anfang Dezember. Normalerweise wäre der nächste Besuch schon wieder fällig. „Ich leide, aber noch geht es. Ich habe mir vorsorglich für Anfang Februar schon einen Termin machen lassen. Aber nach den Aussagen der Kanzlerin und auch von Markus Söder bin ich mir sicher, dass der Lockdown verlängert wird“, sagt das Lüdenscheider Stadtoberhaupt.

Allerdings hat er auch bereits Ideen, wie man kreativ mit der immer weiter wachsenden Haarpracht umgehen kann: „Ich könnte mir bald einen Zopf machen lassen. Oder im Rathaus werden wir Vorher-Nachher-Bilder der Mitarbeiter machen und vergleichen.“

Frisier-Sorgen im Lockdown: Friseur mehr als ein „normaler“ Verkäufer

Stefanie Schildchen, Redaktionsassistentin bei den Lüdenscheider Nachrichten, greift mittlerweile selber zur Schere und hat sich ein Profimodell für 120 Euro gekauft. Mithilfe zweier Spiegel im Bad schneidet sie sich die Haare. Der Friseurbesuch kann ihrer Meinung nach aber auf Dauer dadurch nicht ersetzt werden.

„Zu meiner Friseurin habe ich auch eine andere Beziehung als zu einem Verkäufer. Wir erzählen uns viele Alltagsgeschichten und sind miteinander vertraut“, sagt Schildchen, die den Besuch beim Friseur nicht nur für eine normale Dienstleistung, sondern vielmehr für „einen Wellnessbesuch“ hält, der eine Erholung vom Alltag bringt. Deswegen geht sie auch weiterhin in Lüdenscheid zum Friseur, obwohl sie mittlerweile in Meinerzhagen lebt.

Frisier-Sorgen im Lockdown: Corona-Frisur besser als der vorherige Style

Bei einigen Lüdenscheidern führt der Lockdown auch dazu, dass ihnen die aus der Not geborene neue Corona-Frisur besser gefällt als der vorherige Schnitt. Als bestes Beispiel dafür dient Hella Schoppmann. Die sozialpädagogische Fachkraft der Grundschule Parkstraße blondierte sich stets ihre kurzen Haare. Bereits während des ersten Lockdowns wuchs ihre Blondierung aus.

„Als ich dann wieder zum Friseur gehen konnte, habe ich mir nur die Haare schneiden lassen und nicht wieder nachgefärbt. Mir gefällt die Frisur jetzt besser als zuvor. Das war der ungewollte Drang zur Veränderung“, sagt Schoppmann, die sich aber auch nicht als repräsentative Friseurgängerin hält: „Ich gehe nicht gerne zum Friseur. Für mich hatte es nie wirklich viel mit Entspannung zu tun“, erklärt Schoppmann, die aber auch „relativ entspannt“ mit ihren Haaren und dem Styling umgeht. „Wenn ich keine Lust habe, mir die Haare zu machen, ziehe ich mir einfach eine Mütze an.“ Not macht eben erfinderisch.

Rubriklistenbild: © Sven Prillwitz

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