Friedrich-Karl Schmidt vollendet sein 70. Lebensjahr

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Alt-Bürgermeister Friedrich-Karl Schmidt vollendet heute sein 70. Lebensjahr.

Lüdenscheid - Auf seinem Schreibtisch liegt ein Schild. „Wer gegen den Strom schwimmt, muss einiges schlucken“ steht drauf. Als hätte es dieser Erinnerung je bedurft. Denn Friedrich-Karl Schmidt ist nie mitgeschwommen mit dem Strom. Er hat den Kräfte zehrenden Weg gewählt, um zu sehen, wie etwas wurde was es ist.

Nur durch das Wissen um die Ursprünge lässt sich Zukunft gestalten – das schwingt in seinen über die Jahrzehnte mannigfaltigen Tätigkeiten immer mit. Heute vollendet Lüdenscheids ehemaliger Bürgermeister und just auch ehemaliger LSG-Oberst sein 70. Lebensjahr.

Geboren als jüngstes von fünf Kindern in Hellersen, wuchs er mit den Gesetzen des Landlebens auf und beherzigte seitdem, dass man erst pflanzen muss, bevor man etwas ernten kann. Das zeichnet auch sein bislang letztes, wegweisendes Projekt aus: die Gründung der „Bergstadt-Stiftung Lüdenscheider Schützenhalle“, durch die die Zukunft der historischen Schützenhalle gesichert werden soll. Zugleich werden die Schützen der Last ledig, Jahr für Jahr hohe Summen für die Sanierung aufbringen zu müssen.

Doch gründliches Aufräumen hat seinen Preis, hatte es immer. Nicht jeder trennt sich gerne von Altvertrautem. Das Neue, der Feind. Friedrich-Karl Schmidt ist eine solche Denkweise völlig fremd. Das Arbeitstier – „ich bin immer der Entscheider gewesen“ – geht Problemen an die Wurzel, statt nur oberflächlich zu harken. Seine Ungeduld hat ihn manches Mal erst hacken, dann fragen lassen. „Man kann es nicht allen recht machen“, sagt er dann achselzuckend.

Getreu dem Spruch seiner Mutter, „Ehrenämter sind Pflichtämter“, hat er sich immer aufs Neue mit ganzer Kraft engagiert, grundlegend geprägt vom Interesse an Gott und der Welt. Diese Einstellung brachte ihn zum Sport, zur Feuerwehr, als Presbyter zur Kirche, als Politiker in die CDU, an Schaltstellen der Wirtschaft, zu Rotary. Dass man im Leben nicht alles planen kann, war ihm aus Erfahrung vertraute Erkenntnis. Man müsse sich, findet er, auf das einstellen, was kommt.

Der Knabe absolvierte eine kaufmännische Lehre, obwohl er lieber Lehrer geworden wäre. Doch Schulgeld und die Kosten für Bücher ließen das nicht zu. Mit 21 war der Ehrgeizige schon Betriebsleiter, sog weiter Wissen auf, wo immer es ging. 1966, mit 23 Jahren, hat er seine Renate geheiratet; Sohn Stefan wurde fünf Jahre später geboren. Heute bereichern zwei Enkelkinder das Großelternleben, lassen wieder Wachsen und Werden miterleben.

Das Landleben erzieht frühzeitig dazu, Verantwortung zu übernehmen. Ihn hat diese Einstellung bis heute begleitet. Nach seiner Bürgermeisterzeit, die 2004 endete, übernahm der Nimmermüde gleich wieder Verantwortung – für die LSG. Es ergab sich so.

Mit Sorgfalt geplant sind hingegen seine Reisen, die den Neugierigen schon früh in die Fremde zogen. Dabei hat er „gelernt, dass die Menschen überall gleich sind“. Dass Friedrich-Karl Schmidt nach erfolgreicher Umstrukturierung der LSG und Gründung der „Bergstadt-Stiftung“ für das Denkmal am Loh wieder mehr Zeit zum Reisen „in dieser herrlichen Welt“ bleiben dürfte, reizt ihn sehr. Wieder ist eine Aufgabe erfüllt. Zeit zum Genießen.

- Susanne Kornau

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