Friedensschüler testen Wege ins Berufsleben

Auch Mädchen interessieren sich zunehmend für Metallberufe: Hier arbeitet Paraskevi Hatciignatiadou an einem Werkstück in der Metallwerkstatt des Berufsbildungszentrums.

LÜDENSCHEID ▪ Ein Füllhorn voller Berufe hat das Bundesinstitut für Berufsbildung im Blick: „350 Berufe, und welchen nimmst du?“ lautet der Slogan für sein Programm zur Berufsorientierung von Achtklässlern. In Lüdenscheid bewarb sich das Berufsbildungszentrum der Kreishandwerkerschaft erfolgreich um diese Mittel.

Vermittelt durch die Kontakte zu Lehrerin Miriam Engelmann kamen 28 Schüler der Friedensschule in die Einrichtung an der Wefelshohler Straße. Für sie geht es nicht um die Auswahl aus 350 Berufen, sondern um jene kleine Auswahl, die ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt verbessern kann. Im Berufsbildungszentrum werden bis zu 20 Stunden lang ihre Potentiale, Stärken und Berufsinteressen getestet und vorhandene Wünsche angehört. Aus den sechs Werkstätten Holz, Farbe/Raumgestaltung, Metall/Kfz-Werkstatt, Hauswirtschaft/Hotel/Gaststättengewerbe , Körperpflege/Kosmetik und Lager/Handel durchlaufen die Schüler in insgesamt 80 Stunden drei – eine gute Vorbereitung für die Betriebspraktika in den Klassen 9 und 10, die in Betrieben stattfinden. Begleitet werden sie dabei von den Projekt-Betreuerinnen Imke Strenge, Kirsten Trojan und Manuela Schäfer.

Rückmeldungen und Förderempfehlungen des Berufsbildungszentrums seien wichtige Anhaltspunkte für ihre Arbeit in der Schule, betont Lehrerin Miriam Engelmann. Neben Hinweisen auf vorhandenes handwerkliches Geschick der Schüler sieht sie die Bedeutung von „Grundtugenden“ für die Arbeitswelt: Pünktlichkeit, Kritikfähigkeit, Zuverlässigkeit. Wenn ihre Schüler feststellen, wie viel sie eigentlich schon können, sei dies schon ein sehr gutes Ergebnis. „Die meisten haben hier sehr viel mitgenommen.“ Nachdrücklich hebt sie die Bedeutung von Praxiserfahrungen für den späteren Vermittlungserfolg hervor: „Je mehr die Schüler mit Gewerken und Berufen in Kontakt kommen, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie irgendwann auch vermittelt werden können.“ In der Schule werden die Praktika in einer Personalakte dokumentiert. Vom Berufsbildungszentrum bekommen die Schüler ein Zertifikat, das ihre Tätigkeitsfelder, Kompetenzen, Neigungen, Interessen und individuellen Entwicklungspotenziale benennt. Ziel der Anstrengungen ist letztlich eine berufliche Ausbildung.

Nach der erfolgreichen Pilotphase im vergangenen Jahr soll dieses Förderprogramm des Bundes „verstetigt“, also auf Dauer gestellt werden. Auch 2011 werden also wieder einige Hundert Schüler das Berufsbildungszentrum kennenlernen. Für ihre frühe Berufsorientierung stellt das Bundesministerium für Bildung und Forschung 300 Euro pro Schüler zur Verfügung. ▪ thk

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