Friedensgruppe: Kampf gegen Krieg geht weiter

Auf dem Friedhof Hühnersiepen erinnerten gestern rund 35 Bürger an die Leiden der Zwangsarbeiter des einstigen Lagers ▪

LÜDENSCHEID ▪ Der Krieg in Afghanistan tobt weiter. Die Schlachten im Irak sind nur offiziell für beendet erklärt. US-Soldaten, Söldner und einheimische Kampftruppen dürften sich dort auch künftig blutige Gefechte liefern. Von zahllosen anderen Waffengängen rund um den Globus gar nicht zu reden. Kurzum: Die Welt ist nach wie vor aus den Fugen. Was wiederum der Friedensgruppe Lüdenscheid etliche Ansatzpunkte für ihr Engagement gibt. „Keine leichte Arbeit“, wie Friedensmann Bernd Benscheidt einräumt. „Aber sie muss gemacht werden.“

Im Zuge des internationalen Antikriegstags traten Akteure der Friedensgruppe am Wochenende nun gleich zweimal in Erscheinung. Zunächst am Samstag bei einer Mahnwache auf dem Sternplatz. Unter dem Motto „Waffeln statt Waffen“ verteilten die Friedensfreunde an ihrem Stand dabei frisches Backwerk an die Bürger, sammelten dazu wieder Spenden zugunsten kriegsverletzter Kinder. Die politische Botschaft bei der Veranstaltung war eindeutig: Der Krieg in Afghanistan müsse endlich beendet, die zivile Hilfe angekurbelt werden. Eine andere Losung, die am Pavillon der Gruppe prangte: „Rüstungsabbau statt Sozialabbau.“

Bei der traditionellen Gedenkveranstaltung gestern auf dem Friedhof Hühnersiepen verschoben sich dann die Akzente. Dort rückten vor allem die Verbrechen der Nazis und konkret die Zustände im einstigen Arbeitslager Hunswinkel ins Blickfeld. Die Beiträge mehrerer Redner und die traurigen Balladen von Liedermacher Rüdiger Drallmeyer erinnerten an die Leiden der Lager-Insassen. Historiker Matthias Wagner geißelte dabei zunächst Propaganda und Raubkriege der Nationalsozialisten, nahm dann aber auch die aktuellen Einsätze der Bundeswehr unter die Lupe. Denn die dienen laut Wagner der Absicherung der Wirtschaftswege und der Rohstoff-Einfuhr – was im Weißbuch der Bundeswehr auch nachzulesen sei. - dt

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