Am Freitag geht es los

Fridays for Future in Lüdenscheid - Schüler: Darum schwänzen wir!

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„Fridays for Future“: Charlotte Wagner, Leonard Ohle und Lotte Marie Budde rufen zur Klima-Demo auf.

Lüdenscheid – Im Sternmarsch werden sie an den Schulen starten und zu Hunderten oder sogar Tausenden mit Bannern und Plakaten bis zum Rathausplatz marschieren: Es ist die erste „Fridays for Future“-Demo in Lüdenscheid, die dort am 5. Juli ab 12 Uhr stattfinden wird.

Mitmachen kann jeder – federführend organisiert wird die Bewegung, bei der für mehr Klimaschutz gestreikt wird, von den Schülern der weiterführenden Schulen. 

Doch der Streik, für den die Schüler an dem Tag bewusst die 5. und 6. Schulstunde nicht wahrnehmen werden, stößt auch auf Kritik. „Das ist nur Schulschwänzen“ hörten auch schon Lotte Marie Budde, Leonard Ohle, Charlotte Wagner und Charlotte Viere, die zu den Schülervertretungen der drei Lüdenscheider Gymnasien gehören. 

"Als Schüler haben wir keine andere Chance"

Solchen Aussagen stellen sie sich klar entgegen. Denn die 15 bis 20 Jahre alten Schüler sagen: „Das ist das Prinzip von ,Fridays for Future‘. Als Schüler haben wir keine andere Chance, um Aufmerksamkeit zu erregen. Wir haben klare Forderungen und wollen die negativen Folgen des Wohlstands ausmerzen und unseren Lebensraum erhalten – sonst haben wir irgendwann gar nichts mehr.“ 

In den Schulen selbst werde das Thema Klimaerwärmung und -schutz zu selten thematisiert, sagen die Schüler. Also nahmen sie das selbst in die Hand, stellten eine AG auf die Beine und gründen sogar eine Klimagruppe. „Wir hatten gehofft, dass wenigstens fünf oder zehn Schüler mitmachen – dann mussten wir sogar den Raum wechseln, weil mehr als 90 gleich beim ersten Mal gekommen sind, um sich zu informieren“, erzählen sie. 

"Alle sollen verstehen, was das Problem ist"

Die „Fridays for Future“-Demo wollen sie so offen wie möglich organisieren, „Schüler aus dem Umkreis, Eltern, Lehrer und jeder, der in der Stadt unterwegs ist, dürfen gerne mitmachen.“ Vor allem auch jene, die sich mit dem Thema bislang wenig auseinandergesetzt hätten, betonen sie. 

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„Alle sollen verstehen, was das Problem ist. Wir hoffen, dass auch Skeptiker kommen – vielleicht erreichen wir einige von ihnen auf diese Weise.“ Immerhin gehe es hinsichtlich des Klimas um „immense Schäden – das kann man nicht ignorieren“. Sie betonen: „Wir werden keine Heiligen, aber wir wollen etwas für die Gemeinschaft tun.“ 

Klimanotstand und Ökostrom für Lüdenscheid

Dafür fordern die Schüler Ergebnisse von der heimischen Politik: Etwa, dass Lüdenscheid den Klimanotstand ausrufen soll. Über einen entsprechenden Antrag wird der Rat in seiner nächsten Sitzung am 8. Juli entscheiden. „Wir wollen vorher noch mal richtig Druck machen. Vielleicht sind unsere Rufe an dem Tag ja bis ins Rathaus zu hören.“ 

Außerdem fordern sie den Kohleausstieg und eine Ökostromversorgung für Lüdenscheid. „Hierbei geht es um Fürsorge. Wir sind nicht gegen Strom, sondern für sauberen.“ 

"Der Markt muss reagieren"

Durch die Demo wollen sie zeigen, „wie wir bei uns anfangen können, etwas zu ändern – im Alltag, bereits mit Kleinigkeiten“. Denn „wenn die Gruppe, die das tut, immer größer wird, muss auch der Markt darauf reagieren. Wir wollen das Bewusstsein stärken, damit sich das Handeln verändert und am Ende das Klima“. 

Interaktiv und ohne politische Reden

Die etwa einstündige Demo auf dem Rathausplatz wollen die Schüler möglichst interaktiv und schülerbezogen gestalten, ohne politische Reden. Eine Bühne wird ihnen von den Initiatoren des Firmenlaufs bereitgestellt. Auftreten wird dort unter anderem der Poetry-Slammer Marian Heuser und einige Schüler werden sich äußern. „Womöglich stößt diese Aktion in Zukunft sogar noch weitere an – das würden wir uns wünschen.“

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