"Wir brauchen einen Green-Friday"

Fridays For Future-Kundgebung legt Verkehr am Sauerfeld lahm

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Über 200 Schüler und Erwachsene beteiligten sich an der dritten Kundgebung, die unter anderem über den Sauerfeld führte. Voran trugen sie ein Kunstprojekt, eine große blutende Weltkugel.

Lüdenscheid -  „Wir brauchen keinen Black Friday, sondern einen Green Friday“, sagte Klaus Hunsmeier vom BUND in seiner kurzen Rede auf dem Rathausplatz bei der Fridays-for-Future-Demonstration und erntete dafür viel Applaus. Mehr als 200 Bürger – sowohl Schüler als auch Erwachsene – waren gekommen, um für den Klimaschutz zu demonstrieren.

Während die Gruppe zu Beginn der Veranstaltung noch etwas kleiner war, wuchs sie während des Marsches durch die Innenstadt. An die angemeldeten 600 oder gar an die mehr als 1000 Teilnehmer wie bei der letzten Kundgebung war bei dieser dritten Veranstaltung nicht zu denken. „Es sind sehr viel weniger, als ich gehofft hatte. Ich hatte mit mindestens 300 bis 400 Leuten gerechnet“, sagte Leonard Ohle, Mitorganisator der Fridays for Future Lüdenscheid im Gespräch mit den LN.

Er empfinde Betroffenheit, weil es so sei, merkte aber auch gleichzeitig an, dass die Werbung nicht ansatzweise so gut funktioniert habe wie beim letzten Mal. „Und das Thema ist nicht mehr so präsent, weil es jetzt kalt ist“, erklärte er. Allerdings freute er sich darüber, dass neben Schülern auch viele Erwachsene gekommen waren.

„Wir sind hier, wir sind laut, weil Ihr uns unsere Zukunft klaut“, „Es gibt kein Recht, einen SUV zu fahren“ oder „Was ich gerne hätte, wären autofreie Städte“, waren nur einige der Parolen, die die Demonstranten während des Marsches riefen, der über die Altenaer Straße, Gasstraße, Werdohler Straße, Hochstraße und den Sauerfeld wieder zurück zum Rathausplatz führte. Die Autofahrer mussten dafür einige Minuten warten, da der Marsch über die Straßen ging und auch die Blicke vieler Passanten zog die Gruppe auf sich.

Dritte "Fridays for Future"-Demo in Lüdenscheid

Untermalt wurde die Rufe durch Plakate mit Aufschriften wie „Zeugnis: Klimaschutz 6, Innovation 6“, „Die Dinos dachten auch, sie hätten Zeit“ oder „Bald ist die Welt wie Barbie und Ken, nur noch aus Plastik“. Auch ein Eis mit einer schmelzenden Erdkugel wurde abgebildet.

Erin Hirschler, die neben Anna und Leonard Ohle und Klaus Hunsmeier eine Ansprache hielt, sagte: „Die Dürregebiete werden irgendwann riesig, und es wird mehr als eine Milliarde Klimaflüchtlinge geben.“ In Berlin werde es Temperaturen geben wie in Canberra in Australien und in Köln wie in San Marino in Italien. „Wir müssen dafür kämpfen, dass die Menschen einsehen, dass wir ein Problem haben.“ Einig waren sich die Redner über das Klimapaket des Bundes. „Wenn überhaupt, handelt es sich um ein Klimapäckchen, nicht um ein Paket“, sagte Hunsmeier. Leonard Ohle: „Je mehr wir konsumieren, desto schlimmer ist es. Überlegt euch gut: Brauche ich das wirklich?“

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