Fridays for Future in den Ferien: Eltern demonstrieren mit Schülern

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Mithilfe eines Megafons stellten die Demonstranten immer wieder Fragen an Stadtbesucher zum Thema Klima. Wer mitmachte, wurde mit Kuchen belohnt.

Lüdenscheid – Die Kritik des Schulschwänzens dürfte in diesen Wochen kein Thema sein: Auch in den Sommerferien demonstrieren Schüler, Eltern und Kinder auf dem Sternplatz für mehr Klimaschutz.

Die „Fridays For Future“-Aktionen sollen auch in der Bergstadt nicht abreißen, „wir werden in den Ferien jede Woche hier sein und auch danach weitermachen“, sagen Leonard und Mia Ohle. Rund 20 Leute waren am Freitag gegen 10 Uhr mit Bannern auf dem Platz und zeigten Flagge: „Unsere Zukunft ist in Gefahr“, „Game Over?“ und „There is no Planet B“ stand unter anderem auf ihren Plakaten. 

„Wir sind froh, dass nicht nur Schüler heute hier sind, sondern auch Eltern“, sagt Mia Ohle, die gerade ihr Abitur absolviert hat. „Wir wünschen uns natürlich mehr davon, jeder ist hier willkommen, auch Kritiker! Und für den Anfang sind echt einige gekommen, vielleicht werden es noch mehr. Aber auch, wenn wir hier nur zu zweit stehen würden – es würde sich trotzdem lohnen.“ 

Jeden Freitag dabei

Die folgenden „Fridays For Future“-Aktionen seien sicherlich nicht mit der großen Demo Anfang Juli zu vergleichen, an der rund 1500 Menschen teilgenommen haben. „Das war ganz anders organisiert, wir haben direkt in den Schulen Werbung dafür gemacht“, sagt Leonard Ohle. „Das geht jetzt nicht, das muss sich rumsprechen.“ 

Klar sei: Während der Sommerferien werden sie jeden Freitag ab 9.30 Uhr und bis etwa 13 Uhr auf dem Sternplatz sein. Sobald die Schule wieder losgeht, wollen sie freitags abwechselnd zu unterschiedlichen Zeiten demonstrieren, damit nicht immer die gleichen Schulstunden betroffen sind. 

Auch Eltern und Kinder zeigten am Freitag Flagge.

Und: „Die Leute sollen merken, dass wir ihnen Inhalte liefern und niemanden angreifen wollen.“ Deshalb planen die Schüler ab nächsten Freitag eine siebenwöchige Themeneinheit zum Klimawandel, beginnend mit dem Thema „Globale Erwärmung“. „Wir möchten mit den Leuten ins Gespräch kommen, antworten und auf Kritik reagieren – vielleicht wird auch der ein oder andere Experte dabei sein. Auf den großen Ansturm an Kritik auf Portalen wie Facebook können wir gar nicht reagieren, im direkten Gespräch schon. Wir freuen uns auf sachliche Diskussionen.“ 

Die gab es am Freitag nicht immer, wie sich zeigte. „Die Reaktionen sind teils schon sehr emotional“, erzählt Leonard Ohle. „,Geht ihr überhaupt arbeiten?‘, hat mich ein Mann gefragt. Ich sagte ihm, dass ich noch Schüler sei und er meinte nur: ,Dann geh doch in die Schule!‘ Als ich ihm erklärte, dass gerade Ferien sind, ist er einfach wortlos gegangen.“ 

Worin liegt die Angst der Leute?

Die Veränderungen, die für eine Verbesserung des Klimas nötig sind, seien radikal, wissen die Demonstranten. „Ich kann das bis zu einem gewissen Punkt nachvollziehen, aber frage mich trotzdem, worin die Angst der Leute liegt, die so sehr dagegen sind“, sagt Mia Ohle. 

Einen ersten Versuch, mit den Lüdenscheidern in Kontakt zu kommen, starteten sie am Freitag: Mit einem Megafon stellten sie alle 15 Minuten Fragen zum Klima, jeweils mit mehreren Antwortmöglichkeiten. Wer vorbeikam und die richtige Antwort wusste, für den gab‘s ein Stück selbst gebackenen Kuchen.

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