"Bewegliche Lettern" in der Bücherei

Hier wird gezeigt, wie aus Bildern Buchstaben wurden

Die Freunde der Bücherei und die beiden Schriftsetzer freuen sich auf die Ausstellung.

Lüdenscheid – „Wir sind Fossile aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts“, sagt Ernst Groß mit einem Augenzwinkern. Er und sein Mitstreiter Jürgen Hölscher sind ehemalige Schriftsetzer, haben ihren Beruf von der Pike auf gelernt. Sie sind an diesem Vormittag in die Bücherei gekommen, um die Ausstellung „Bewegliche Lettern“ vorzustellen.

Der Beruf des Schriftsetzers sei ausgestorben, sagt Groß, in dessen Garage allerdings viele Relikte aus einer Zeit lagern, die heute kaum noch einer kennt. In der Ausstellung „Bewegliche Lettern“ wird die Geschichte des Bleisatzes aufbereitet. Gezeigt wird in der Stadtbücherei ab Freitag, 28. Februar, – Eröffnung ist um 17 Uhr – „eine der wichtigsten Erfindungen überhaupt“, wie Jürgen Hölscher sagt.

Man habe mit der Erlaubnis des MZV-Verlages nach der Umstellung des Bleisatzes auf Fotosatz Druckplatten, Maschinen, Setzkästen, Werkzeuge und vieles mehr vor dem Schrott gerettet. Lange schon bestand bei Groß und Hölscher der Wunsch, diese Exponate ausstellen zu können und der Nachwelt statt in einer Doppelgarage eher in einem Museum zu erhalten. „Wir haben das den Museen angeboten, aber Dr. Trox hat unser Anliegen abgeschmettert“, so Groß, der sich später an Bürgermeister Dieter Dzewas wandte.

Dieser vermittelte die beiden an die Freunde der Stadtbücherei, die nun als Ausstellungsmacher auftreten. „Seit einem Jahr arbeiten wir an der Ausstellung. Herausgekommen ist dabei auch eine Broschüre“, erläuterte Freunde-Vorsitzender Rolf Scholten. Nachzulesen ist in dem Hochglanzheft die Geschichte vom Bild zum Buchstaben zum Buch zum Zeitungsdruck. 50 Stück wurden aufgelegt, Nachdruck ist jederzeit möglich.

Sie sind ab der Eröffnung für jeweils vier Euro in der Bücherei zu haben. „Versehen sind die Informationen mit QR-Codes, über die man dann an weitere Ausführungen kommt“, bedankte sich Scholten bei seinem Kollegen Bernd Sondermann, der sich um die QR-Codes kümmerte – „das war harte Arbeit, aber auch sehr lehrreiche.“ Ende Februar werden die Exponate in der Garage von Ernst Groß abgebaut, in die Bücherei transportiert und dort mit vielen fleißigen Helfern zu einer Ausstellung komponiert.

Dafür wird der Markt der Bücherei zum Teil freigeräumt. Eingeladen wurden im Vorfeld der Ausstellungseröffnung auch Schulen, für die gegebenenfalls Sonderführungen organisiert werden können. Für Freitag, 6. März, haben die Freunde der Stadtbücherei eine Besichtigung des Druckereizentrums des Märkischen Zeitungsverlages in Meinerzhagen organisiert.

Abfahrt ist um 16.15 Uhr am Parkplatz des Bergstadt-Gymnasiums. „Wir bilden an dem Abend Fahrgemeinschaften und haben noch Plätze frei“, wirbt Scholten mit Blick auf die Ausstellung. Gern gesehen sind auch Nicht-Mitglieder, zehn Plätze sind noch frei. Wer Interesse an dem Besuch in Meinerzhagen hat, kann sich ab sofort bei Rolf Scholten (rolf.scholten@t-online.de oder Tel. 0 23 51/42 33 4) melden. 

Wenn „Bewegliche Lettern“ am Samstag, 4. April, beendet ist, erfüllt sich der Wunsch der beiden ehemaligen Lüdenscheider Schriftsetzer: Vom Hagener Freilichtmuseum rücken Experten an, die sich die Exponate ansehen und mit nach Hagen nehmen, was sie für die Nachwelt im Mäckingerbach-Tal erhalten wollen.

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