Ausstellung wird Sonntag eröffnet

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Ansgar und Taki in der Wanne – die beiden Freunde zieren die Einladung zur Ausstellungseröffnung.

Lüdenscheid - 30 großformatige Schwarzweiß-Fotografien sind bis zum 29. September am Sauerfeld zu sehen, festgehalten von dem Lüdenscheider Fotografen Guido Raith. Zu sehen sind generationsübergreifend Freunde.

Mit einem kleinen Fest der Freunde wird die Ausstellung am Sonntag (16 Uhr) der Öffentlichkeit übergeben.

„Da saßen Kurden, Türken, Griechen, Südafrikaner, Togolesen, Portugiesen, Italiener, Sudetendeutsche, Aserbaidschaner, Deutsche, Perser, junge Menschen, alte Menschen, Kinder, Väter, Mütter, Omas, Opas und Freunde an einem Tisch. Das war ein noch nie empfundenes Erlebnis. Alles erschien nun möglich.“ So schreibt Potlako Meinhardt Thandiwe Mokgadi im Vorwort des Kataloges zur Ausstellung in den Museen der Stadt.

Ernste Worte eines Mannes, der im weiten Rund eher als Entertainer, als Spaßmacher, als unermüdlicher Musiker bekannt ist. Tlako ist Kassierer bei „Wir hier!“, dem Verein für kulturelle Vielfalt, auf dessen Initiative und in Zusammenarbeit mit den städtischen Museen diese Ausstellung initiiert wurde. Er wurde für das Vorwort des Begleitkataloges gebeten, zu definieren, was „Wir hier“ für ihn bedeutet.

Am Sonntag gibt es ein paar Grußworte der Initiatoren und des Hausherrn, viel fröhliche Musik, kleine internationale Häppchen, der Eintritt ist frei. Eingeladen sind die Protagonisten der Ausstellung, die „Freunde“, aber auch alle, die Freunde dieser Freunde werden wollen.

Tlako schreibt dazu: „Kulturelle Vielfalt wird für meine Kinder kein ideelles Konstrukt sein, sondern eine gelebte und erlebte Tatsache aus dem Alltag. Es werden sich überhaupt keine Grenzen ergeben, die zum Ausgrenzen einladen. Es werden sich keine Schlachtfelder anbieten, die zur Feindschaft des Andersartigen einladen. Es tun sich befriedete Länder auf, deren Felder jetzt bestellt werden müssen, damit die nächste Ernte gut ausfällt und alle von den Früchten der Ernte satt werden – auch die, die noch auf der Reise zu uns sind. Das bedeutet ,Wir hier!’ für mich.“

Ein Beispiel der Ausstellung sind Johannes Broxtermann, katholischer Pfarrer und Essé, sein Sohn und Freund. Die Geschichte dieser Freundschaft ist eine ganz besondere, denn diese Freundschaft wurde zu einer „Vater-Sohn-Schaft“. Johannes Broxtermann lernte den afrikanischen Jungen im Jahr 1999 bei einem Besuch in Togos Hauptstadt Lomé kennen. Essés Vater war schon lange tot, seine Mutter starb im Jahr 2000 plötzlich an Brustkrebs. Im Jahr 2001 war Essé bereits in Lüdenscheid. Zwischen dem Entschluss zur Adoption und der Ankunft in der Bergstadt vergingen genau neun Monate.

Inzwischen ist Essé 30 Jahre alt, er hat das Abitur am Geschwister-Scholl-Gymnasium gemacht und ein Verbundstudium an der Iserlohner Hochschule für Technik absolviert. Zur Zeit ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter an dieser Hochschule. Johannes Broxtermann wird am 1. September auf eigenen Wunsch von seinem Amt als Gemeindepfarrer entpflichtet.

Aus dem Adoptivverhältnis ist eine Freundschaft entstanden zwischen einem „alten Herren und einem jungen Herren“. Und der alte Herr ist froh und stolz, dass sein Sohn und Freund ohne große Schwierigkeiten und Blessuren seinen Platz in Deutschland gefunden hat und auf eigenen Füßen steht.

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