„Freue mich schon auf Deutschland“

Tocadisco kommt am Samstag nach Lüdenscheid.

LÜDENSCHEID ▪ Seit 14 Jahren ist der gebürtige Berliner Roman Böer alias Tocadisco professioneller DJ. Am Samstag ist er Headliner bei der Electronic-Nation-Party in der Lüdenscheider Schützenhalle. Im Interview mit Axel Krüger verrät der gefragte Musiker, dass er privat auch ganz andere Sachen als Techno oder House hört.

Du bist ein gefragter DJ und Remixer, hast also beruflich viel mit Musik zu tun. Wie sehr ist Musik für Dich noch Spaßbeschäftigung oder Hobby und wie sehr schon harte Arbeit?

Tocadisco: Musik ist mein Leben und meine Leidenschaft. Ich wollte immer schon von Musik leben. Ich habe das nie wirklich als Job angesehen. erst wenn andere Leute mich fragen, was ich beruflich mache, realisiere ich, dass es meine „Arbeit“ ist

Nimmst Du Dir Zeit, einfach nur einmal Musik zu hören und zu genießen? Und wenn ja, was hörst Du dann?

Tocadisco: Na klar. Ich höre dann meistens Jazz und Soul aus den 60er- und 70er-Jahren. Ich habe eine Sammlung alter Orgeln und elektrischer Pianos aus dieser Zeit. Das hat mich immer am meisten beeinflusst.

Inwiefern unterscheidet sich die Arbeit in Deinem eigenen Studio von Auftritten vor Publikum?

Tocadisco: Das hängt alles zusammen. Wenn ich im Studio sitze, stelle ich mir vor, wie der Track wohl auf der Tanzfläche funktioniert. Und wenn ich auflege, habe ich Ideen für Tracks.

Was macht das Besondere von Auftritten vor Publikum wie bei der Electronic Nation aus?

Tocadisco: Für mich fängt gerade eine aufregende Zeit an. Ich habe erstmals seit langer Zeit wieder viele Bookings in Deutschland. In den letzten Jahren habe ich fast 90 Prozent meiner Gigs im Ausland gespielt. Ich freue mich schon auf die Gigs. Deutschland ist im internationalen Vergleich musikalisch am modernsten. Das ist für jemandem wie mich, der gerne neue Musik spielt, natürlich schön. Die Party in Lüdenscheid wird von Freunden organisiert, also umso besser

Du willst die Gäste in Begeisterung und Ekstase versetzen – gibt es Dir auch etwas zurück, wenn das Publikum in richtig guter Stimmung ist und so richtig mitgeht?

Tocadisco: Klar, die Interaktion mit den Tanzenden ist ja der Grund, warum ich überhaupt auflege. Wenn die Party fliegt, ist es am schönsten.

Was war es für ein Gefühl, als ein großes Unternehmen wie Citroën nachfragte, ob es Deinen Track für seine Werbung verwenden kann?

Tocadisco: Das läuft alles über eine Agentur. Ich war nur froh, dass der Werbeclip so cool war. Es hätte ja auch ein cheesy Clip für eine Binde sein können …

Wie sieht es mit AlbumVeröffentlichungen von Dir aus?

Tocadisco: „Solo“ war mein erstes Album. Mein zweites heißt „toca 128.0 fm“ und mein drittes ist fertig und wird bald veröffentlicht.

Die elektronische Musik ist gerade durch Veranstaltungen wie die Loveparade bekannt geworden. In diesem Jahr endete die Loveparade in einer Katastrophe mit 21 Toten. Was hat sich dadurch für die –

und in der – Szene geändert?

Tocadisco: Eigentlich nichts. Der Vorfall war furchtbar und hat mich lange beschäftigt. Die Gründe für die Todesfälle waren aber menschliches Versagen und Fehlentscheidungen und hatten nichts mit der Musik oder der Partykultur zu tun.

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