Freitag Kita-Warnstreiks in Lüdenscheid

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Rund 40 Beschäftigte aus dem Sozial- und Erziehungsdienst waren zu der Verdi-Veranstaltung gekommen. - Fotos: Schmidt

Lüdenscheid - Das Ringen um die Besoldung im Sozial- und Erziehungsdienst geht auch in Südwestfalen weiter: Für Freitag hat die Gewerkschaft Verdi die Beschäftigten der kommunalen Lüdenscheider Kindertagesstätten sowie auch Kinderpfleger und Sozialarbeiter zu einem ganztägigen Warnstreik aufgerufen.

Angesprochen sind außerdem Sozialarbeiter und Sozialpädagogen des Märkischen Kreises, wie Ulrich Padberg, Bezirksgeschäftsführer von Verdi Südwestfalen, mitteilte. In diesem Kontext ist für morgen um 10 Uhr eine Kundgebung auf dem Sternplatz geplant.

Ob im Zuge des Warnstreiks Lüdenscheider Kitas komplett geschlossen bleiben werden, ist offen. Zur Erinnerung: Zu Wochenbeginn hatte ein erster Warnstreik den Betrieb in der städtischen Kita Gevelndorf zum Erliegen gebracht.

Zu den Hintergründen: Derzeit laufen bekanntlich Tarifverhandlungen zwischen Verdi und der kommunalen Arbeitgeberseite. Dabei geht es um „eine Aufwertung der Berufe im Sozial- und Erziehungsdienst“. Verdi will eine höhere Eingruppierung dieser Berufsgruppen erreichen. Im Schnitt würde das eine Steigerung der Besoldung von zehn Prozent bedeuten.

Als Begründung für die Forderung verweist Verdi auf ein Missverhältnis in der Berufswelt. Beispiel: Ein Sozialarbeiter und ein Ingenieur haben in der Regel beide einen gleichwertigen Universitätsabschluss. Der Sozialarbeiter verdient nach Verdi-Erkenntnis aber wesentlich weniger als der Ingenieur. Und ähnlich ungerecht sei die Situation auch auf der Vergleichsebene etwa von Erziehern und Technikern.

Von erfolgreichen Tarifverhandlungen würden laut Verdi Kinderpflegerinnen, Erzieherinnen und Erzieher, Sozialarbeiter und Sozialpädagoginnen profitieren. Noch haben sich aus Verdi-Sicht die Arbeitgeber längst nicht weit genug bewegt Die nächste Verhandlungsrunde ist für den 9. April angesetzt.

Über die aktuellen Tarifverhandlungen informierte in dieser Woche bei einer Verdi-Veranstaltung im CVJM-Heim an der Mathildenstraße auch Sabine Uhlenkott vom Verdi-Landesbezirk NRW. Ihre Worte: „Frühe Bildung ist die Königsdisziplin der Pädagogik. Das muss sich auch in der Bezahlung widerspiegeln.“ Auch die Höhe der Forderung hält sie für berechtigt: „25 Jahre ist schließlich nichts passiert.“ - dt

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