Unter strengen Auflagen: Phänomenta öffnet wieder

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Phänomenta-Chef Torsten Schulze freut sich auf den Neustart seines Wissenschaftsmuseums.

Lüdenscheid - Das Wissenschaftsmuseum Phänomenta startet am Freitag wieder durch. Geschäftsführer Torsten Schulze kündigte an, das Haus zu öffnen, allerdings zunächst mit reduzierten Öffnungszeiten.

„Die Damen aus dem Café und die Techniker werden helfen, zu desinfizieren. Und ich bin sehr froh darüber, dass das Team hier an einem Strang zieht. Sonst ginge das nicht!“ 

Torsten Schulze, Vorstandsvorsitzender und Geschäftsführer der Stiftung Phänomenta, klingt mit Blick auf das kommende Wochenende euphorisch. Sieben Wochen lang musste das Wissenschaftsmuseum am Phänomenta-Weg die Tore geschlossen halten. Ab Freitag ist wieder geöffnet. 

„Wir werden bis zu den NRW-Sommerferien mit reduzierten Öffnungszeiten nur von Freitag bis Sonntag und an Feiertagen von 11 bis 18 öffnen. Ohne Schulklassen ist für uns als außerschulischer Lernort die Öffnung unter der Woche leider nicht möglich“, sagt Schulze. 

95 Prozent der Experimentierstationen sind geöffnet und können ausprobiert werden. Exponate, bei denen erhöhte Infektionsgefahr besteht oder die Mindestabstände nicht eingehalten werden können, bleiben geschlossen. Schulze: „Dazu gehören zum Beispiel die Spin-Station und der dunkle Gang. Da kommen sich die Besucher zu nah.“ 

Auch Lydia, die Roboter-Dame, wird nur stumm in die Phänomenta-Welt schauen. Zu groß ist die Gefahr, dass sich Menschentrauben ansammeln und jeder sie anfassen will. „Wir sind schließlich ein Anpack-Museum“, sagt Schulze, und hat vorsorglich tausende Einweghandschuhe – auch in Kindergrößen – bestellt. 14 Desinfektions-„Stationen“ gehören zum neuen Bild im Science-Center. 

Der Feuertornado im Erdgeschoss steht still, vielleicht auch die Kugelbahn. „Ich bin selbst am Wochenende vor Ort und schau mir das an. Wir planen erst einmal mit ganz vielen Besuchern und entscheiden situativ. Das Fahrrad auf dem Hochseil zum Beispiel, das bleibt geschlossen. Da muss man den Besuchern Gurte anlegen, da kommt man sich zu nah.“ 

Auf Führungen, Sonderstationen und Kindergeburtstage verzichtet das Team vorerst bis zum 1. September. Schulze ist froh über die Öffnung am Freitag und zollt seinen Mitarbeitern großes Lob: „Da sind Leute dabei, die sonst montags bis freitags arbeiten und stattdessen jetzt am Wochenende kommen, um unser Überleben zu sichern.“ 

Die Corona-bedingten Verluste seien allerdings nicht mehr aufzufangen. Weggebrochen seien ja nicht nur die Eintrittsgelder, sondern auch etwaige Sponsoren. 

Der 4000 Quadratmeter große Baukörper mit seinen 180 Exponaten sei groß genug, um den behördlichen Auflagen gerecht zu werden. Maskenpflicht herrscht auch beim Besuch der Phänomenta im gesamten Haus. Auch hier hat das Team vorgesorgt und kartonweise Masken bestellt. 

Eine Wegeführung und Einbahnstraßenregelung entzerrt die Besucherströme, auf die das Team am Wochenende hofft, auch wenn nicht alles benutzbar ist. Eintrittskarten empfiehlt der Phänomenta-Chef über den Online-Verkauf zu erwerben,um Warteschlangen zu vermeiden: „Wir können da zwei Kassen machen, eine normale und eine für Online-Tickets.“ 

Und betrübt darüber, dass die Besucher der Phänomenta mit eigenen Schutzmasken und Handschuhen kommen, ist man am Phänomenta-Weg nicht. Schulze: „Die Beschaffung ist teuer. Und erst recht, wenn man wochenlang keine Einnahmen hatte.“

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